burundikids e.V.

Newsletter #8 | 2012

Liebe burundikids-Unterstützer,

Sie wollte sich eigentlich wegen etwas ganz anderem untersuchen lassen. Als sie den Rückweg vom „Centre Médical Hippocrate“ (CMH) nach Hause auf einem Fahrradtaxi antreten wollte, setzten die Wehen ein. Unsere Ärztin und Krankenschwester eilten herbei, um das Kind zur Welt zu bringen – in einem Rohbau auf dem Grundstück nebenan. Das war im Januar 2010. Seither wuchs die Idee, eine professionelle Begleitung von Schwangeren auch bis nach der Geburt anzubieten, vor allem aber eine fachgerechte Geburt unter normalen Standards – was bislang in der Region Mutimbuzi, wo sich das CMH befindet, kaum oder gar nicht gegeben war. Seit diesem Frühjahr ist es nun soweit: Die Gynäkologie ist fertig und hat nun ihren Betrieb aufgenommen! Ohne Ihre Unterstützung wäre das nicht möglich gewesen.
Auch praktische Unterstützung bekommen wir immer wieder, häufig im medizinischen Bereich. Der Gynäkologe
Dr. Thomas Antelmann und seine Frau Anne hatten ihre Praxis im Landkreis Bautzen für einige Wochen geschlossen um beim Aufbau der gynäkologischen Station in Burundi zu helfen. Ihren Bericht können Sie hier nachlesen.
Wir bedanken uns von ganzem Herzen.

Ihr burundikids Team

Neuer Service für die Medizinstation: die Gynäkologie

*Neuer Service für die Medizinstation: die Gynäkologie
In Burundi sind die Raten für Mütter- und Kindersterblichkeit sehr hoch. Nicht zuletzt ist das darauf zurückzuführen, dass vielen die Mittel für Ärztehonorare und Behandlungskosten fehlen – oder schlichtweg keine Klinik mit qualifiziertem Personal in der Nähe ist. Viele Frauen bringen daher ihre Kinder einfach zur Hause zur Welt – auf bloßem Lehmboden und unter mangelnden hygienischen Zuständen.
Mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) haben die burundikids nun den Service der Medizinstation CMH erweitern können. Am Dienstag, 3. April, nahm Verena Stamm die Schlüssel vom Bauingenieur entgegen. In den kommenden Wochen wird die Gynäkologie vollständig ausgestattet und in Betrieb genommen werden.
Unterstützt werden wir dabei nicht zuletzt auch von vielen Ärzten – sei es mit Material oder auch mit persönlichen Einsätzen vor Ort (siehe auch den Bericht von Anne und Dr. med. Thomas Antelmann). Auch künftig sind diese Einsätze geplant, um lokales Personal fortzubilden und den medizinischen Service in dieser sehr armen Region weiter zu verbessern.

Im Urlaub Gutes tun – eine sinnvolle Möglichkeit, zur Entwicklung derer beizutragen, denen es oftmals an Zugang zu Bildung, Wissen und Gesundheitsversorgung fehlt. Der Gynäkologe Dr. Thomas Antelmann war bereits zum zweiten Mal zu Besuch in Burundi und stellte sich gemeinsam mit seiner Frau Anne für 2 ½ Wochen in den Dienst der Krankenstation Centre Médical Hippocrate(CMH).

*Im Urlaub Gutes tun – eine sinnvolle Möglichkeit, zur Entwicklung derer beizutragen, denen es oftmals an Zugang zu Bildung, Wissen und Gesundheitsversorgung fehlt. Der Gynäkologe Dr. Thomas Antelmann war bereits zum zweiten Mal zu Besuch in Burundi und stellte sich gemeinsam mit seiner Frau Anne für 2 ½ Wochen in den Dienst der Krankenstation Centre Médical Hippocrate(CMH). Zugute kommt der Einsatz dem medizinischen Personal und der Bevölkerung. Den Bericht der beiden über ihren Einsatz können Sie auf unserer hier lesen.

Im April gab es Zwischenzeugnisse für die Schülerinnen und Schüler der EPCM.

*Im April gab es Zwischenzeugnisse für die Schülerinnen und Schüler der EPCM.
Die Grundschüler bekamen ihre Zeugnisse im Freien überreicht – vor versammelter Lehrerschaft, Eltern und Direktor Désiré. Mit dabei war auch Verena, die sich persönlich von den Leistungen der Kids überzeugen wollte. Im Gepäck hatte sie – wie bei jeder Zeugnisverteilung – Geschenke für die jeweils drei Klassenbesten. Als Motivation für gute Schulnoten.
Oberstufendirektor Joseph freute sich bei der anschließenden Überreichung der Zeugnisse für die Sekundarstufe, dass „vor allem die Mädchen besonders gut abgeschnitten“ hätten, was speziell für die zehnte Klasse zutrifft. Die Klasse, die am Schuljahresende mit einem Nationalen Test für die mittlere Reife abgeschlossen wird. Erfreulich ist das besonders deshalb, weil in Burundi nach wie vor Mädchen in Bildung und Ausbildung das Nachsehen haben. Viele von ihnen haben erst gar nicht die Möglichkeit eines Schulbesuchs.
Unter den Klassenbesten sind auch Kinder und Jugendliche aus den Heimen der Fondation Stamm. Auf die hat Verena natürlich ein besonderes Auge. Schließlich ist das Ziel, ihnen eine fundierte Ausbildung zu ermöglichen, damit sie später auf eigenen Füßen stehen können.

Bereits zum zweiten Mal war Emmanuel, Schreinermeister der Fondation Stamm, im Januar für einen Monat nach Mönchengladbach aufgebrochen, wo er bei Partnern der burundikids mitarbeiten, aber vor allem Neues lernen und sich weiterbilden konnte.

*Schreiner auf Tour. Bereits zum zweiten Mal war Emmanuel, Schreinermeister der Fondation Stamm, im Januar für einen Monat nach Mönchengladbach aufgebrochen, wo er bei Partnern der burundikids mitarbeiten, aber vor allem Neues lernen und sich weiterbilden konnte. „Ein freundlicher und willkommener Gast“, bescheinigt der Firmenchef der „Schreinerei Aretz“ im Namen seines gesamten Teams. Und dort ist er auch gerne wieder gesehen. Emmanuel schwärmt ebenfalls von der Mitarbeit in der „Rudolf Steiner Schule“ Mönchengladbach. Die gesamte Zeit über habe er sich „sehr wohl“ gefühlt und jedes neue Wissen in sich aufgesaugt. Direktion, Lehrer und Schüler haben ihn willkommen geheißen und vier Wochen mit Emmanuel gearbeitet – und auch Spaß gehabt bei einer sicherlich interessanten Begegnung zweier unterschiedlicher Kulturen. Direktorin Petra Ridlhammer zeigt sich ebenfalls zufrieden. Immerhin hat der Gast aus Burundi neben den Schreinertätigkeiten auch sein Deutsch aufpoliert. Gewohnt hat Emmanuel übrigens bei der befreundeten burundikids-Familie einer ehemaligen Freiwilligen.
Zurück in Burundi wird Emmanuel an der zur EPCM (Ecole Polyvalente Carolus Magnus) gehörigen Schreinerei weiterarbeiten und Jugendliche ausbilden. Und nicht nur das: sein Wissen möchte er auch den Schreinerkollegen in den anderen Ausbildungsstätten der Fondation Stamm weitergeben, beispielsweise in Gitega. Somit haben wieder einmal ehrenamtliche Helfer dazu beigetragen, die Ausbildung in Burundi weiter zu verbessern. Sozusagen ein (sehr) weitgreifender Lehrauftrag. Erste Ergebnisse Emmanuels Arbeit sind übrigens im Schaufenster der burundikids in Köln zu sehen.

Mit 300 Brillen reiste Optikermeisterin Anne Ziser an, ein gewisser Bestand war noch im Lager vom vergangenen Besuch.

*Urlaub für den Durchblick.„Ndabibona!“ – jetzt sieht er es. Pierre ist glücklich, dass der Sehtest erfolgreich verläuft. Der 42-Jährige klagte über Schmerzen in den Augen. Wie noch 40 weitere Kollegen, die wenigsten unter ihnen bislang Brillenträger. Kaum verwunderlich: eine komplette Brille mit Fassung und Gläser kostet in Burundi rund 40 Euro. Also einen halben Monatslohn für die meisten, für manche sogar einen ganzen. Verständlich, dass da die Prioritäten anders liegen. Der erneute, ehrenamtliche Besuch von Anne Ziser, Optikermeisterin aus Eggenstein und Mitglied der burundikids Arbeitsgruppe Karlsruhe, ist da natürlich eine willkommene Möglichkeit.

Nach dem kurzen Besuch beim Augenarzt werde mit dem Rezept in der Apotheke die Brille bestellt, lässt uns Sekretärin Béatrice wissen. „Nach drei Wochen hat man dann seine Brille“, sagt sie, die aus Dubai oder Indien geschickt werde. Allerdings ohne den Augenabstand gemessen zu haben, was bei Anne Ziser Verwunderung auslöst. Insbesondere bei komplizierteren Gleitsichtbrillen. In den vergangenen Jahren testete sie die Jugendlichen in den Heimen und stattete sie mit Brillen aus. Beim diesjährigen Besuch bietet sie ihren kostenlosen Service fürs Personal der Fondation Stamm an.

Mit 300 Brillen reiste sie an, ein gewisser Bestand war noch im Lager vom vergangenen Besuch. Gleich am ersten Tag rund 20 Sehtests, noch mehr am zweiten. „Theoretisch könnten sich die Mitarbeiter der Fondation Stamm mit ihrem Gehalt die Brillen schon leisten“, schreibt unser Mitarbeiter Philipp. Allerdings seien die Lebenshaltungskosten in Burundi sehr stark gestiegen, vor allem für Lebensmittel. „40 Euro für eine Brille sind da schon viel Geld. Die meisten verzichten dann lieber zum Wohl ihrer Familie und nehmen die schlechte Sicht oder gar ständige Kopfschmerzen in Kauf.“ Ein Umstand, den Ziser dieses Jahr geändert hat.

Neben dem Personal testete die Optikermeisterin auch einige wenige der Jungs aus dem Straßenkinderheim, die akut Probleme haben. Und lieferte Sonnenbrillen zum Schutz der Augen der Albino-Kinder im Heim in Kayanza. „Die starke Sonne in Burundi macht fast allen Menschen hier Probleme, auch den jungen“, sagt Ziser. Albinos hätten darunter natürlich doppelt zu leiden. Doch jetzt geht es besser.

Albino zu sein, kann in Burundi den Tod bedeuten

*Albino zu sein, kann in Burundi den Tod bedeuten. Abergläubische Bräuche, nach denen Körperteile von Albinos zu Gebräuen und Zeremonien benötigt werden und längeres Leben, ertragreichere Ernten und Fischfang versprechen sollen, haben in den vergangenen Jahren Einzug in Burundi gehalten. Mehrere Zehntausend Dollar bringt anscheinend ein Albinokörper. Menschenjäger aus umliegenden Ländern wurden verhaftet und des Mordes vor allem an Kindern beschuldigt. burundikids hat sich entschlossen, den Partner vor Ort, die Fondation Stamm, beim Kampf für Albinos und den Einsatz für die Menschenrechte zu unterstützen: mit einem Zuhause, Bildung – und Zukunft. Schreckensmeldungen gab es beinahe täglich in den Medien. Entführungen, Mord, Jagd auf Albinos. Beinahe 100 fanden im vergangenen Jahr den Tod. Eine größere Fluchtwelle setzte ein, Albinos suchten Schutz auf dem Grundstück eines Staatsanwalts, der schließlich half, das Thema ins Bewusstsein der Bevölkerung und auf die Tagesordnung der Behörden zu bringen. Die Menschen wurden wachsamer, sorgten umeinander – und halfen der Polizei, mehrere Mörder und Menschenjäger festzunehmen.

Während eines Projektes mit UNICEF in der Region Kayanza wurde die Fondation Stamm auf die prekäre Situation der Albinos aufmerksam. Der Gouverneur dieser Provinz bittet in einem Schreiben, zum Schutz der Albinos beizutragen. Anlass war eine Gruppe von Kindern, die aus Angst vor der Nacht nach der Schule nicht mehr nach Hause zu ihren Hügeln gingen, sondern im Freien vor dem Büro des Politikers schliefen – im Schutz der Polizeiwachen. Um auf diese Notsituation reagieren zu können, entschloss sich die Leiterin der Fondation Stamm, Verena Stamm, im Februar 2011, die Kinder in einem kleinen Häuschen in Kayanza aufzunehmen. Dadurch wurde möglich, dass diese Kinder weiter zur Schule gehen können – und abends ohne die Angst, verschleppt und getötet zu werden, zu schlafen. Seither leben in dem kleinen Heim 14 hilfsbedürftige Kinder, darunter neun Albinos.

Anfang des Jahres 2012 eine weitere Schreckensmeldung: drei von sechs Gefängnisinsassen, denen Albinomord und -verschleppung vorgeworfen wird, sind im Osten Burundis ausgebrochen und verschwunden. Mit Sozialarbeitern und in Kooperation mit den Behörden will die Fondation Stamm zum Schutz der Albinos beitragen. Und helfen, die Bevölkerung in der Nachbarschaft zu sensibilisieren, um deren Sicherheit zu wahren. Der Gouverneur sagte weiterhin seine Unterstützung zu. Von seiner Seite gab es bereits eine Lebensmittellieferung fürs Kinderheim. Die Mütter besuchen ihre Kinder regelmäßig. burundikids sichert die Unterkunft, Verpflegung, medizinischer Versorgung und den Schulbesuch – bis sich die Situation bessert und die Kinder in Sicherheit wieder zu ihren Familien zurückkehren können.

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Der Verein burundikids (Steuer-Nr. 215/5861/0880) ist nach dem Freistellungsbescheid des Finanzamtes Köln-Mitte vom 16.11.2012 auf Grund der Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege und der Volks- und Berufsbildung als unmittelbar gemeinnützigen Zwecke dienend anerkannt und für die Jahre 2013 bis 2015 nach § 5 abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftsteuergesetz von der Körperschaftsteuer und nach § 3 Nr. 6 Gewerbesteuergesetzes von der Gewerbesteuer befreit.