burundikids e.V.
 
 
Monique und Irmgard mit Ärztin Espérance
Monique und Irmgard mit Ärztin Espérance

„Man nimmt mehr mit, als man gebracht hat“

Monique Urlacher, Mitglied der burundikids-Arbeitsgruppe Karlsruhe, und Irmgard Klein waren für drei Monate in Bujumbura. Die beiden erfahrenen Krankenschwestern aus Karlsruhe halfen mit, das neue Krankenhaus „Centre Médical Hippocrate“ mit aufzubauen, einzurichten und den Grundstein für eine gute Organisation der Einrichtung zu legen. Unterstützt haben sie dabei Susanne (Susi) Lang, die über den Partner Human Help Network e.V. für ein ganzes Jahr in Burundi mitarbeitet. Seit wenigen Tagen sind Monique, für die es schon der zweite Einsatz in Burundi war, und Irmgard zurück in Deutschland – und melden sich mit ihren Eindrücken:

„Uns geht es gut. Wir sind in eine Welt hineingeboren worden, in der es alles gibt und vieles möglich ist. Unsere Überlegung war: wie können wir etwas davon an andere Menschen abgeben?

Das neue Projekt „Centre Médical Hippocrate“ in Bujumbura, das letztes Jahr fertig gestellt wurde und kurz vor der offiziellen Eröffnung stand, war für uns genau das Richtige. Wir erfuhren, dass Mitarbeiter für die organisatorischen Aufgaben benötigt wurden. Nach einigen Schriftwechseln hatten wir von der Fondation Stamm die Zusage.

Durch die fortlaufende Unterstützung unserer Stationen und Pflegedienstleitungen in Karlsruhe wurde es uns möglich, für drei Monate in Burundi tätig zu werden. Am 29.12.2010 flogen wir also nach Bujumbura, die Hauptstadt von Burundi. Das „Hippocrate“ liegt im Vorort Kajaga, etwa 20 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Das Abenteuer begann schon mit der täglichen Busfahrt dorthin: Es ist unvorstellbar, wie viele Menschen in einen Kleinbus hineinpassen!

Die Einrichtung der medizinischen Stelle war ursprünglich eröffnet worden, um die Lehrer und Kinder der angrenzenden Schule (EPCM) kostenlos medizinisch zu versorgen. Da das medizinische Versorgungssystem in Burundi jedoch sehr unzureichend ist, wurde daraufhin das kleine Versorgungszimmer ausgeweitet zu einem richtigen Gesundheitszentrum mit Labor und Zimmern, sodass in Zukunft Patienten sogar stationär aufgenommen werden können.

Unsere Aufgabe bestand darin, die Räumlichkeiten vor Ort herzurichten und diverse organisatorische Dinge aufzubauen. In den ersten Wochen wurden also Böden gestrichen, Betten geschleppt, Vorhänge und Moskitonetze angebracht, Kisten mit Hilfsmittel aus Deutschland aus- und aufgeräumt. Wir richteten einen Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter ein, ebenso ein Stationszimmer. Mit Hilfe von mitgebrachten Geldspenden konnten wir den benötigten Geburtsraum einrichten.

Auch haben wir einige Gespräche mit den Mitarbeitern im Gesundheitszentrum geführt, um ihre Wünsche und Vorstellungen zu erfahren. Uns wurde immer wieder bewusst: wir sind in Afrika. Denn alles braucht viel mehr Zeit und Personal. Beispielsweise: es waren zwei Personen und ein Chauffeur zwei Tage unterwegs, um die notwendigen Arzneimittel zu bekommen. Und dann kann es passieren, dass gerade dieses oder jenes Medikament nicht erhältlich ist.

Eine schriftliche Dokumentation, wie wir es kennen, gab es vor Ort bislang nicht. Alles wurde auf Zettel oder in einem Buch fixiert. Mit Hilfe des einheimischen Personals entwarfen wir schließlich verschiedene medizinische Ablagesysteme. Die Zusammenarbeit war dabei immer sehr konstruktiv. Unser gemeinsames Ziel war die offizielle Abnahme des Gesundheitszentrums durch die burundische Regierung, damit auch die stationäre Aufnahme der Patienten beginnen konnte. Und: die Abnahme fand noch während unseres Aufenthalts statt!

Für uns war der Einsatz eine prägende Erfahrung. Man nimmt mehr mit, als man gebracht hat.“