burundikids e.V.
 
 

"Yambu! I & II: Die Burundi-Tagebücher"von unserem Mitarbeiter Philipp Ziser. Taschenbuch, Verlag: BloggingBooks, Preis: je 24,80 Euro

"Yambu! Die Burundi-Tagebücher I+II"von unserem Mitarbeiter Philipp Ziser
Was als Freiwilligendienst in Burundi beginnt, entwickelt sich zu einem Vollzeitabenteuer im krisenerschütterten Ostafrika. Philipp Ziser, entsandt von der Kölner Hilfsorganisation burundikids, taucht ein in die Gesellschaft und Kultur eines Landes, das immer noch unter den Folgen des zehnjährigen Bürgerkriegs leidet. Taschenbuch, Verlag: BloggingBooks, Preis: je 24,80 Euro. Die Bücher können im burundikids-Büro in Köln gekauft werden oder bei morebooks.de bestellt werden.

Bilder und Geschichten einer Auszeit in Afrika von Barbara Braun

Bilder und Geschichten einer Auszeit in Afrika von Barbara Braun. Seit 2006 bereist sie als Backpackerin, Volontärin und Sprachschülerin immer wieder Afrika. Sie war auch in Burundi, um die Projekte von burundikids kennenzulernen, die sie seit 2009 als Fördermitglied unterstützt. Taschenbuch, Books on Demand 2013, ISBN 978-3-7322-4549-9, 25,80 €. 3,- € für jedes verkaufte Buch gehen an burundikids e.V. Das Buch kann im Buchhandel und online bestellt werden (www.buecher.de, www.ebook.de) oder direkt beim Verlag www.bod.de

Frauen bei einer  Veranstaltung zur gesundheitlichen Aufklärung in Burundi. © Robert Leitner

Lesen Sie die Reiseberichte von Spendern, die unsere Projekte in Burundi besucht haben.

Fragen aus Deutschland zu Burundi: das burundikids-FAQ

Beinahe täglich erreichen uns Fragen aus ganz Deutschland, die meisten davon von Kindern und Jugendlichen aus unseren Partnerschulen. Bei einigen Fragen muss das burundikids-Team ganz genau hinsehen und selbst ordentlich recherchieren. Manche Fragen waren so knifflig, dass wir sogar ganz passen und unsere Kollegen vor Ort zu Rate ziehen mussten.

Heraus kam nun das burundikids-FAQ (Frequently Asked Questions), ein Potpourri aus den am häufigsten gestellten Fragen – und den dazugehörigen Antworten.

Die Antworten wurden mit größter Sorgfalt recherchiert und ebenfalls kindgerecht formuliert. Natürlich können wir dennoch keine absolute Garantie auf Vollständigkeit und hundertprozentige Richtigkeit geben. Wir hoffen dennoch, dadurch ein wenig mehr Licht auf Burundi werfen zu können.

Ihr habt Anregungen? Eure Frage ist (noch) nicht beantwortet? Dann schreibt uns: buero@burundikids.org und wir werden versuchen, so schnell wie möglich auf Eure Fragen hier im burundikids-FAQ zu antworten!

Das burundikids-Team

Wie fühlen sich die Kinder auf der Straße?

→ Die Straßenkinder Burundis sind natürlich alles andere als glücklich. Jeden Tag sehen sie sich aufs Neue gezwungen, durch Betteln oder schlecht bezahlte Minijobs (wie zum Beispiel die Einkaufstüten zum Auto tragen) an Geld zu kommen, um sich davon etwas zu essen zu kaufen. An Tagen ohne Erfolg bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sich Essensreste im Müll zusammen zu suchen oder auch zu hungern. Gegen den Hunger und die Kälte nehmen sie häufig Drogen. Nachts streunen sie weiter durch die Straßen, oder legen sich in Ecken, um dort auf einem Pappkarton, zugedeckt mit einer Mülltüte, zu schlafen. Es kam auch schon vor, dass Straßenkinder in der Kanalisation der Hauptstadt Bujumbura geschlafen haben.
Eigentlich kann man sich kaum vorstellen, wie sich wohl ein Kind fühlt, das niemanden hat, der sich um einen kümmert, sich sorgt und Liebe schenkt. Straßenkinder sind für ihr Leben geprägt.

Warum bauen die burundikids Schulen?

→ Die burundikids legen in der Tat ihren Schwerpunkt auf Bildung – in Schule und Beruf. Die Bildung ist für Kinder und Jugendliche in Burundi deshalb sehr wichtig, weil sie so eine Chance haben, aus ihrem Leben das zu machen, was sie sich vielleicht erträumen. Sie bekommen eine Vision. Leider müssen immer noch viele Kinder auf Feldern arbeiten, damit ihre Familie überleben kann; sie können nie zur Schule. 

Was machen die Kinder in Burundi in der Schule?

→ In der Schule läuft es kaum anders als in Deutschland. Jedes Kind hat seinen Stundenplan und sollte diesen natürlich auch einhalten. Genau wie in Deutschland werden sie beispielsweise in Mathe, Biologie, Geographie, Französisch und der Muttersprache Kirundi unterrichtet. Eine Schulstunde dauert 45 Minuten, dann ist eine kleine Pause. Außerdem gibt es eine große Pause. Nachmittags müssen sie Hausaufgaben machen und sich auf die bevorstehenden Klausuren vorbereiten. Einige haben auch nachmittags Unterricht.
Die Grundschule geht bis zur sechsten Klasse. Nach der 10. Klasse können sie sich zwischen dem sprachlichen oder naturwissenschaftlichen Zug entscheiden. Und nach bestandenem Abitur können sie auf die Universität. Das Schulsystem wird sich aber bald ändern und an das angelsächsische Schulsystem anpassen. Dann wird es die „Fundamentalschule“ geben, die von der ersten bis zur neunten Klasse geht.

Wie viele Kinder sind in einer Klasse?

→ In unserer Schule sind maximal 40 Kinder pro Klasse (Grundschule). In der Oberstufe sind es meistens weniger. Zum Vergleich: in einer öffentlich-staatlichen Schule sind meistens 100 Schüler pro Klasse oder mehr!

Wie lange dauert die Schule?

→ Der Unterricht beginnt an der EPCM um 7.30 Uhr und endet für den Kindergarten um 11.30 Uhr, für die Grundschule und Oberstufe um 13 Uhr. Die Oberstufe muss oft noch am Nachmittag zum Unterricht kommen. Die Klassen fürs Fachabitur müssen auch Praktika absolvieren, beispielsweise in Krankenhäusern, Laboren, Apotheken oder auch in Hotels und Restaurants, je nach Fachbereich.

Wie viel Euro hat eine durchschnittliche Familie in Burundi zum Leben und wie viel bräuchte sie tatsächlich, um alle Bedürfnisse zu decken?

→ Die durchschnittliche Familie in Burundi (ca. 90 Prozent der Bevölkerung!) hat pro Tag ca. 1 Euro zum Leben, also im Monat ca. 30 €. Eine Statistik für die Hauptstadt Bujumbura hat einmal ergeben, dass eine durchschnittliche Familie mit Mann, Frau und zwei Kindern, in der Hauptstadt ca. 300.000 FBU (ca. 150 Euro) benötigt, um alle täglichen Bedürfnisse zu decken, inkl. Essen und Schulgeld. An Sparen, geschweige denn Urlaub und Co. ist dabei lange nicht zu denken – das würde lediglich fürs Nötigste reichen.

Haben die Kinder in Burundi Geld?

→ Die Kinder im Heim haben größtenteils kein Geld, solange sie sich nicht eine Möglichkeit suchen, sich durch einen kleinen Job ein wenig Taschengeld zu verdienen. Da sie aber natürlich genug zu tun haben für die Schule, bleibt dafür selten oder keine Zeit. Kinder, die in einer funktionierenden, reichen burundischen Familie aufwachsen, haben natürlich Taschengeld, wie die Kinder und Jugendlichen in Deutschland auch. Das ist aber ein sehr, sehr kleiner Teil! Die meisten Kinder in Burundi müssen ihren Eltern auf dem Feld helfen, damit sich die Familie ernähren kann.

Wie kann man helfen, ohne Geld zu spenden?

→ Tatsächlich helfen Geldspenden den Projekten am meisten. Wir müssen planen und die Versorgung der Kinder in den Heimen sicherstellen, Gehälter der Lehrer an der Schule bezahlen usw. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, sich für die Projekte einzusetzen: Bspw. kann man Pakete mit Sachspenden schicken; besonders beliebt sind Schuhe. Nützlich sind auch (haltbare!) Medikamente (bitte nur nach Rücksprache senden!); man kann aber auch direkten Kontakt zu den Kindern, Jugendlichen und Kollegen aus Burundi aufbauen und andere Menschen in Europa auf Burundi aufmerksam machen.

Was essen die Kinder?

→ Zum Frühstück in den Heimen kriegt jeder einen warmen Brei (aus Mais, Zuckerhirse, Erdnussmehl) mit Zucker. Mittags und abends essen sie meistens Bohnen mit Reis, Kartoffeln oder Mais. Ab und zu gibt es für zwischendurch Leckereien wie Bananen, Avocados oder Erdnüsse. Das wächst alles in Burundi.

Wo schlafen die Kinder?

→ Die Kinder im Heim teilen sich meistens zu fünft oder sechst ein großes Zimmer. Sie schlafen in Hochbetten unter ihren Moskitonetzen, um eine mögliche Malariaerkrankung zu vermeiden. Kinder aus armen Familien schlafen häufig auf dem nackten Boden oder auf einer einfachen Strohmatte. Kinder aus reichen Familien in der Stadt haben ein eigenes Bett mit Matratze, wie deutsche Kinder auch.

Welche Religionen gibt es neben den Katholiken in Burundi?

→ Viele protestantische Bewegungen, allerdings nicht vergleichbar mit dem protestantisch-lutherischen Glauben in Deutschland. Es sind meist (radikale) Bewegungen aus den USA. Viele dieser Bewegungen gelten als Sekten. Als weitere große Religion ist der Islam vertreten.

Wieso gibt es Menschen, die Albinos töten?

→ Die Menschenjäger bekommen für Körperteile von Albinos sehr viel Geld geboten – meistens von kriminellen Medizinmännern im Ausland für abergläubische Zwecke und Rituale. Man muss sich folgende Situation vorstellen: Burundis Bevölkerung hat mehr als zehn Jahre Bürgerkrieg erlebt, eine Zeit, in der man nichts und niemandem vertrauen konnte, in der die Menschen auch moralisch sehr gelitten haben. Burundi ist eines der ärmsten Länder der Welt, die meisten Menschen wissen nicht, was sie essen sollen. Ein verzweifelter Familienvater, der seine Kinder ernähren möchte und ggf. den langen und schlimmen Krieg erlebt hat, kann evtl. zu einem solchen Mord fähig sein.

Ist das Albino-Heim bewacht?

→ Ja, das Heim in Kayanza, wo auch Kinder mit Albinismus untergebracht sind, ist Tag und Nacht polizeilich bewacht. Die Kinder werden zu ihrem Schutz auch zur Schule und zurück begleitet.

Gibt es Vulkane?

→ Nein, in Burundi selbst nicht, aber im Nachbarland Kongo liegen die sogar noch aktiven Vulkane „Nyiragongo“ und „Nyamuragira“, beide über 3.000 Meter hoch.

Ist es bei euch auch mal dunkel?

→ Zwischen 18 Uhr und 18.30 Uhr wird es auch in Burundi dunkel, bis die Sonne früh morgens um – spätestens – 6 Uhr wieder aufgeht. Das gilt für das ganze Jahr, weil sich Burundi fast am Äquator befindet.

Welche schlimmen Krankheiten gibt es?

→ In Burundi besteht ein erhöhtes Risiko für mehrere Krankheiten: Vorne dabei sind Malaria, Typhus, Meningitis, Hepatitis A und B, und Gelbfieber. Außerdem sind viele Menschen mit HIV infiziert und immer wieder gibt es Ausbrüche der Cholera. Todesursache Nummer eins in Burundi ist nach wie vor Malaria.

Wie kommen die Kinder alleine aus, ohne Eltern und Betreuer?

→ Für die Kinder im Heim gibt es genügend Betreuer, die sich um sie kümmern. Natürlich ist das nicht vergleichbar mit der Fürsorge der Eltern, dennoch können sie sich glücklich schätzen, da die Kinder der Straße komplett auf sich allein gestellt sind und versuchen müssen, sich mit aller Kraft selbstständig durchs Leben zu kämpfen.

Gibt es da auch Straßen?

→ Zwar kommt es immer wieder vor, dass Straßenschäden und große Löcher entstehen, die nicht wie in Europa sofort behoben werden, dennoch sind vor allem die Hauptverkehrsstraßen asphaltiert. Ansonsten gibt es viele recht holprige Lehm- oder Sandpisten, die aber auch ganz selbstverständlich befahren werden, nur eben nicht so schnell.

Leben die Leute ohne Heizung und ohne Decken?

→ In der Hauptstadt Bujumbura ist es das ganze Jahr sehr heiß (zwischen 25 und 30 Grad Celsius). Daher ist eine Heizung gar nicht nötig. Bei Regen kann es etwas abkühlen, doch dann hat man auch hier Decken, um gemütlich warm zu schlafen. Im Landesinneren ist es aufgrund der hohen Lage abends sehr viel kühler, teilweise sogar kalt. Doch die Kinder können sich am Feuer wärmen und sich in ihre Wolldecken kuscheln. Zumindest diejenigen, die es sich leisten können. Heizungen gibt es in ganz Burundi nicht.

Wie sieht das Geld in Burundi aus?

→ In Burundi bezahlt man mit burundischen Francs. 2.000 FBU (oder auch BIF) entsprechen etwa einem Euro. Es gibt Münzen für 1, 5, 10 und 50 FBU, Scheine für 10, 20, 50, 100, 500, 1.000, 2.000, 5.000 und 10.000 FBU. Meistens sind darauf alte Präsidenten und Volkshelden, aber auch Trommler und vor allem: der Löwe, das burundische Wappentier (obwohl es in Burundi heute keine Löwen mehr gibt).

Wie haben die Kinder den Weg ins Kinderheim gefunden?

→ Einerseits werden die auf der Straße lebenden Kinder angesprochen und motiviert, ein geregeltes Leben in einem Heim zu beginnen sowie eine Schule zu besuchen. Andererseits werden Kinder, die kürzlich ihre Eltern verloren haben oder von der Familie ausgestoßen wurden, in den Heimen abgesetzt. Manche Kinder kommen auch von alleine und fragen, ob sie ins Heim kommen dürfen.

Wie sieht das Essen aus?

→ Das Essen sieht nicht sonderlich anders als in Deutschland aus. Nur verwendet die burundische Küche sehr viel mehr Bohnen und Reis. Ansonsten gibt es viele verschiedene Sorten an frischen Früchten und Gemüse. Nur Fleisch und Fisch sind in Burundi relativ teuer und werden daher nur selten gegessen.

Schmeckt der Maisbrei?

→ Das hängt natürlich von den jeweiligen Geschmacksvorlieben der Kinder ab. Dem einen schmeckt es sehr gut, dem anderen eher weniger. Trotzdem essen sie ihn alle. Natürlich kann es auch darauf ankommen, mit was man den Maisbrei isst: nur Bohnen oder einer guten Sauce.

Sterben viele Kinder in Burundi?

→ Auf Grund der weit verbreiteten Armut und der daraus resultierenden schlechten Hygiene und vor allem schlechten medizinischen Versorgung, ist die Sterberate ziemlich hoch. 166 Kinder von 1.000 sterben, bevor sie das 5. Lebensjahr erreichen! Vor allem unbehandelte Krankheiten wie HIV/Aids und Malaria, aber auch Mangelernährung und Durchfallerkrankungen sind verantwortlich für diese vielen Todesfälle. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Burundi liegt bei 45 Jahren.

Was machen die Kinder für Sportarten?

→ Die Kinder Burundis spielen gerne Fußball, Basketball und sogar Rugby. Es gibt auch Sportvereine für Volleyball, Handball, Leichtathletik, Judo und Karate, Boxen…

Überleben die Bäume im Winter?

→Burundi hat nicht dieselben Jahreszeiten, wie man sie aus Deutschland kennt. Hier gibt es die Regenzeit und die Trockenzeit. Es wird also nie so kalt, dass man Angst um die Pflanzen haben müsste. Für die Trockenzeit, also den burundischen Winter, während der es nicht regnet, haben die Bäume genügend Wasser im Boden gespeichert.

Wie kommt es, dass es in Burundi viele Menschen gibt?

→Die Geburtenrate in Burundi ist recht hoch: Eine Frau bekommt im Durchschnitt 6 Kinder!

Wie sehen Radieschen da aus?

→ Die Radieschen sehen ganz genau so aus, wie man sie aus Deutschland kennt: außen rot, innen weiß.

Gibt es in Burundi einen Zoo?

→ In der Hauptstadt Bujumbura gibt es ein „lebendes Museum“ („Musée vivant“) mit verschiedenen Krokodilarten und anderen Reptilien wie Schlangen, aber auch Affen und Vögel. Im Landesinneren gibt es mehrere Parks, in denen es noch wilde Tiere gibt, aber leider keine Löwen, Elefanten und Giraffen mehr.

Wie werden die Trommeln gebaut?

→ Für die Trommeln wird ein ganz besonderer Baum verwendet, dessen Stamm geschnitten und ausgehöhlt wird. Trommeln bauen ist auch etwas ganz Besonderes, nicht jeder darf es. Es ist das höchste traditionelle Gut, das Burundi hat. Auf den ausgehöhlten Baumstamm werden nasse Kuhfelle gespannt und mit Holzpflöcken befestigt. Wenn das Fell trocknet, zieht es sich zusammen und kann getrommelt werden.

Wie warm ist es in Burundi?

→ In der Hauptstadt Bujumbura hat es tagsüber meistens zwischen 25-30°C. Im Landesinneren ist es allerdings mit 15°C schon sehr viel kühler, vor allem nachts.

Was tragen die Menschen dort?

→Vor allem die jüngere Generation in der Stadt trägt moderne Klamotten, wie man sie auch in Deutschland findet. Ansonsten kleidet man sich in traditionellen Gewändern aus bunten Stoffen. Männer tragen oft schicke Stoffhosen und Hemden, Frauen bunte Gewänder. Die meisten Menschen, die auf dem Land leben, haben jedoch nur das, was sie am Leibe tragen.

Wie viele Menschen leben in Burundi?

→ In Burundi leben ca. 10 Millionen Menschen. Davon ist fast die Hälfte unter 15 Jahren!

Wie sieht ein Friedhof aus?

→ In Burundi bekommt man zwar auch einen Grabstein, allerdings werden die Grabstätten lange nicht so gepflegt gehalten, wie in Deutschland, sodass die Friedhöfe recht verwahrlost aussehen. Der größte Friedhof in Bujumbura liegt unter hohen Palmen, nördlich der Stadt.

Wie sieht das Papier in Burundi aus?

→ Das Papier sieht ganz genauso aus wie in Europa. Die Kinder in der Schule malen und schreiben ihre Notizen und Hausaufgaben ganz normal in ihre Hefte, meistens kariert.

Haben die Leute dort einen Fernseher?

→ In manchen Kinderheimen gibt es sogar einen Fernseher, der abends nach den Hausaufgaben angemacht werden darf. In Burundi haben aber die wenigsten Menschen einen Fernseher zu Hause. Auf dem Land treffen sich häufig die Männer abends zum Bier in einem Bistro, das einen Fernseher hat, schauen Nachrichten oder mal ein Fußballspiel.

Wie lernen die Jugendlichen Berufe?

→ Entweder besuchen die Jugendlichen eine Berufsschule, in der sie beispielsweise zum Apothekenhelfer oder in Hotelfach ausbildet werden, machen eine Ausbildung im Handwerk oder sie studieren – nach bestandenem Abitur – an einer Universität. Allerdings ist der Arbeitsmarkt nicht besonders ergiebig, weshalb viele Burunder auch nach abgeschlossener Ausbildung Schwierigkeiten haben, einen Job zu finden.

Haben die Kinder Spielsachen?

→ Die Kinder im Heim kriegen hin und wieder Spielsachen, die ihnen aus Europa zugeschickt werden. Manchmal bauen sie sich auch selbst ihr Spielzeug, wie zum Beispiel Fußbälle oder Autos aus Draht. Mit Kronkorken von Fanta- und Colaflaschen spielen sie außerdem Spiele wie „Dame“.

Was für Tiere leben da?

→ In den Flüssen und Seen leben Krokodile und Nilpferde. Ansonsten gibt es Antilopen, Büffel und Affen, viele Schlangen, seltene Fischarten und Vögel.

Haben sie Autos?

→Auch in Burundi gibt es Autos: Das verwirrende dabei ist, dass es sowohl Autos gibt, die das Lenkrad links haben, als auch Autos mit Lenkrad rechts, kommt drauf an, ob sie aus Europa oder Japan kommen. Die Autos aus Japan sind billiger. Man fährt aber rechts, wie bei uns, also wäre es “richtiger”, das Lenkrad links zu haben.

Wie viele Kinder leben im Kinderheim?

→ In einem Kinderheim leben meistens zwischen 30-40 Kinder, manchmal mehr, manchmal weniger, je nach Platz.

Lernt man im Kinderheim?

→ Die Kinder gehen morgens zur Schule und müssen nachmittags wie alle anderen auch ihre Hausaufgaben machen oder nochmals zum Nachmittagsunterricht. Nachhilfelehrer und Betreuer helfen ihnen bei den Hausaufgaben und bei der Vorbereitung von Klassenarbeiten.

Spielen die Kinder mit Spielzeug?

→ Die Freude ist groß, wenn die Möglichkeit besteht, mit einem Ball oder Springseil zu spielen oder ein Bilderbuch zu lesen. Aber auch hier ist man kreativ, und erfindet eben kleine Spiele mit Steinen oder bastelt sich einen Fußball aus Stoff.

Wenn es mehr Kinder im Kinderheim gibt als Betten, was passiert dann?

→ Grundsätzlich wird natürlich immer dafür gesorgt, dass ausreichend Betten vorhanden sind. Aber im Ausnahmefall sind vor allem die kleinen Kinder bereit, sich ein Bett zu teilen.

Gibt es ganz viele Kinderheime?

→ Die Fondation Stamm, der Partner der burundikids, hat insgesamt neun Kinderheime in ganz Burundi und ein Internat. Daneben gibt es aber noch viele Heime, die von anderen Hilfsorganisationen unterstützt werden.

Was machen die Kinder nach der Schule?

→ Nach der Schule werden Hausaufgaben gemacht und gegebenenfalls für einen bevorstehenden Test gelernt. Danach spielen sie zusammen oder ruhen sich aus. Auch müssen sie im Heim mithelfen und sauber machen, fegen, kochen helfen…

Haben sie Strom?

→ In den meisten Heimen wurde für Strom gesorgt. Allerdings passiert es hin und wieder, dass dieser plötzlich ausfällt. Zum Glück gibt es dann aber Kerzen und Solarlampen!

Haben die Kinder vernünftige Stifte?

→ Jedes Kind hat seinen eigenen Kugelschreiber. Buntstifte müssen sie sich aber teilen!

Wie lange fliegt man von Afrika bis Deutschland?

→ Von Burundi nach Deutschland fliegt man etwa zehn Stunden.

Wie ist die Hungernot? Ist es sehr schlimm?

→ In Burundi herrscht viel Armut und dadurch ist ein großer Teil der Bevölkerung (und vor allem Kinder) ständig unterernährt. Das heißt, sie haben nie genügend zu essen, um dem Körper das zu geben, was er braucht, können aber überleben. Hin und wieder kommt es zu schlimmen Hungersnöten, wenn beispielsweise der Regen ausbleibt. Dann sterben auch Menschen, weil sie nichts zu essen haben.

Warum gibt es in Burundi so viele Hungernde, wenn der Boden sehr fruchtbar ist?

→ Während und nach dem Krieg, der knapp 15 Jahre lang dauerte, herrschten Chaos, Mord und Vertreibung, eine Million Menschen mussten fliehen und ca. 300.000 mussten sterben; wer nicht lange an einem Ort bleiben kann, kann auch sein Feld nicht bestellen. Hinzu kommt das Problem der Überbevölkerung in Burundi und das Erbrecht: die Felder einer Familie werden immer kleiner, da alle Kinder gleich viel erben und die Ackerflächen somit immer wieder aufgeteilt werden. Somit hat zwar jeder ein kleines Stück Land, das aber nicht zum Überleben reicht.

Wie ist es zu dem Krieg gekommen?

→ Der von 1993 bis 2005 herrschende Bürgerkrieg in Burundi ist verantwortlich für über 300.000 Menschenleben und über eine Millionen Flüchtlinge. Außerdem hat er 800.000 Kinder zu Waisen gemacht.
Der Auslöser des Krieges waren, wie auch im benachbarten Ruanda, die Machtkämpfe zwischen den beiden ethnischen Gruppen Hutu und Tutsi. Obwohl in Burundi nur 14% Tutsi lebten, waren sie nach der gewonnen Unabhängigkeit von Belgien in 1962 jahrelang an der politischen und wirtschaftlichen Macht, die sie durch Militärdiktaturen sicherten. So kam es zu andauernden Auseinandersetzungen zwischen den beiden Ethnien.
1993 wurde zum ersten Mal ein Hutu-Präsident gewählt (bei der ersten demokratischen Wahl in Burundi überhaupt), der allerdings nach 100 Tagen ermordet wurde. Daraufhin brach der Krieg aus. Während ein großer Teil der Menschen versuchte zu fliehen, nahmen andere in mehreren verschiedenen Rebellengruppen den Kampf auf. Zwar konnte im Jahr 2005 für einen endgültigen Waffenstillstand gesorgt werden, jedoch herrscht immer noch großes Misstrauen zwischen Hutu und Tutsi aufgrund ihrer Geschichte.

Müssen die Kinder den Eltern im Haushalt helfen?

→ Das kommt ganz auf den Wohlstand und die Mentalität der Familie an. Wohlhabendere Familien haben meistens ihre Haushaltshilfen, während diese Arbeiten in ärmeren Verhältnissen durchaus die Kinder übernehmen müssen. Auch bei Feldarbeiten auf dem Land helfen die Kinder ihren Eltern. Viele Kinder können nicht zur Schule gehen, weil sie helfen müssen, die Ziegen zu hüten, Brennholz zu sammeln, Wasser zu holen, …

Herrscht noch viel Ärger in dem Land?

→ Der Bürgerkrieg hat das Land sehr geschwächt und seine Entwicklung stark aufgehalten. Vieles ist zerstört, viele Menschen leiden unter den dadurch herrschenden schlechten Lebensbedingungen und der hohen Arbeitslosenrate. Der Frust, den dies mit sich bringt, führt des Öfteren zu Kriminalität und Korruption. Ärger und Misstrauen herrschen auch zwischen der regierenden Partei und der Opposition. Zuletzt gab es ernsthafte Gefechte vor den Wahlen 2010. In den folgenden Jahren gab es noch einmal zwei, drei Versuche von aufkeimenden Rebellengruppen, die von der Armee jedoch schnell unter Kontrolle gebracht werden konnten.

Welche Sprachen sprechen Burunder?

→ In Burundi ist die offizielle Amtssprache Französisch, welches die Kinder aber erst in der Schule lernen, da sie mit dem einheimischen Kirundi aufwachsen. So kommt es vor, dass Leute, die keine Schule besucht haben, die in ihrem eigenen Land verwendete Sprache gar nicht verstehen, sondern lediglich die Landessprache Kirundi sprechen. Häufig und immer stärker kommt auch Englisch hinzu, außerdem die ostafrikanische Handelssprache Kiswahili.

Wie groß ist das Land?

→ Burundi hat eine Fläche von 27.834 Quadratkilometer, wovon 2.500 Quadratkilometer Wasserfläche sind. Das ist, unter anderem, der burundische Anteil am Tanganyikasee, dem zweittiefsten See der Welt und dem tiefsten Punkt des afrikanischen Kontinents.

Burundi ist laut „Welthunger-Index“ das ärmste Land der Welt. Wie sieht es mit den Nachbarländern aus?

→ Der Kongo gilt, abwechselnd mit Burundi, ebenfalls zu den ärmsten Ländern der Welt und hat außerdem seit Jahrzehnten mit schlimmen Kriegen zu kämpfen, die viele Millionen Tote fordern und das Land in seiner Entwicklung hemmen. Allerdings befinden sich in Kongos Böden alle erdenklichen Rohstoffe wie bspw. das seltene Coltan (das u.a. für Mobiltelefone verwendet wird), Gold, etc. Diese Rohstoffe werden jedoch hauptsächlich von Rebellengruppen und fremden Firmen und Ländern ausgebeutet, sodass sie nicht dem kongolesischen Staat zugutekommen. Das Paradox ist also, dass der Kongo das reichste Land der Welt sein könnte. Seine Bevölkerung jedoch leidet wie es nur schwer zu beschreiben ist.

Ruanda hat sich, im Gegensatz zu Burundi und Kongo, besser entwickeln können. Nach dem schrecklichen Völkermord und Bürgerkrieg von 1994 begann der Wiederaufbau des Landes, der u.a. auch durch viel internationale Hilfe möglich wurde. Das ist ein großer Unterschied zu Burundi, wo 1. der Krieg über zehn Jahre andauerte und 2. die internationale Hilfe sehr lange ausblieb.

Der Nachbarstaat Tansania steht im Vergleich am besten da. Tansania hatte nie einen Krieg (bis auf zwei kurze Auseinandersetzungen mit dem früheren ugandischen Diktator Idi Amin, 1971-1979) und konnte sich somit anders und besser entwickeln. Tansania verdient heute u.a. an seinem Tourismus und den Tierparks. Jedoch gilt trotz allem auch Tansania als armer Staat und vielerorts mangelt es an Lebensmitteln und Schulen.

Wie viele Helfer gibt es?

→ In Burundi gibt es neben der Fondation Stamm zahlreiche Hilfsorganisationen, die im ganzen Land verteilt ihre Hilfe anbieten. Dazu zählen unter anderen die GIZ, Unicef, Terre des hommes und viele mehr. Jedoch ist die humanitäre Hilfe in Burundi sehr gering im Vergleich zum Bedarf.

Was haben die Kinder an?

→ Die Kinder im Heim tragen die Klamotten, die aus Europa gespendet werden. Kinder, die noch auf der Straße leben, sind natürlich gezwungen, jeden Tag dasselbe anzuziehen – denn mehr haben sie nicht.

Was ist, wenn ein Kind krank ist?

→ Für die Kinder im Heim stehen Medikamente zur Verfügung oder sie werden im Ernstfall ins Krankenhaus gebracht. Es kommt sogar vor, dass auf Grund der weiter fortgeschrittenen medizinischen Versorgung und Technologie, Kinder mit Hilfe von Spendengeldern in Deutschland behandelt werden. Das braucht aber sehr viele Helfer, eine gute Organisation und natürlich viel Geld – und ist deswegen nur die Ausnahme. Wenn ein Kind, das auf der Straße lebt, krank wird, kann es sein, dass es die Krankheit ohne Medizin überstehen muss oder sogar stirbt. Viele Familien in Burundi sind so arm, dass sie sich keine Medizin oder Arztbesuch leisten können.

Wie lange arbeiten Sie schon an diesem Job?

→ Martina (Wziontek) ist eigentlich Architektin und hat 2003 burundikids als Verein gegründet. Seitdem leitet sie den Verein ehrenamtlich und fliegt jedes Jahr nach Burundi. Harald (Ernst) und Hanna (Knauff) gehören zu den Gründungsmitgliedern und erledigen – ehrenamtlich – Bankengänge, verschicken Spendenbescheinigungen und gestalten die Homepage. Martina (Pump) hilft bei der Aktualisierung der Inhalte der Homepage und bei der Fortentwicklung des Vereins. Vor Ort haben wir unseren Mitarbeiter Philipp (Ziser), der 2006 als Freiwilliger nach Burundi ging. Nach drei Jahren ehrenamtlicher Mitarbeit wurde er 2010 in Burundi angestellt und arbeitet seitdem an der Seite von Verena. Verena (Stamm) ist der Dreh- und Angelpunkt für alles. Sie lebt seit 1972 in Burundi und hat 1999 die Fondation Stamm gegründet, deren Partner die burundikids 2003 geworden sind. Unsere ehrenamtliche Mitarbeiterin Gabi (Hahn) kümmert sich um Spendenbscheinigungen und hilft bei der Buchhaltung. Wir sind sehr dankbar für diese wertvolle Unterstützung.Neuestes Mitglied im Kölner Büro ist Britta (Rohr), die den Verein im Fundraising unterstützt. Darüber hinaus haben die burundikids eine Arbeitsgruppe im Raum Karlsruhe, die sich seit 2008 mit Aktionen und Veranstaltungen für die burundikids einsetzt, sowie zahlreiche Partnervereine, -schulen und -unternehmen.

Wie groß muss so ein Kinderheim sein?

→ Es gibt nicht wirklich Vorschriften für die Größe der Heime. Der Platz sollte aber natürlich ausreichen für genügend Betten, Tische zum Essen und Lernen und Platz zum Spielen. Es gibt gewisse Vorschriften vom burundischen Ministerium, die von unseren Heimen eingehalten werden müssen und auch werden.

Gibt es genug zu essen?

→ Nein, mehr als die Hälfte der Bevölkerung Burundis gilt als unterernährt! In den Heimen gibt es natürlich immer ausreichend zu essen.

Wie viel Geld bekommt man in Burundi pro Jahr?

→ Das hängt natürlich von dem jeweiligen Beruf ab. Jedoch kann man die Gehälter nicht mit europäischen Standards vergleichen, da ein hohes Gehalt in Burundi für einen Deutschen sehr wenig erscheint. Ein Lehrer verdient beim Staat etwa 50 Euro, ein Arzt 300 Euro, ein Wächter 40 Euro, ein Schreiner 70 Euro im Monat.

Was gibt es für Berufe?

→ Wie in Deutschland, kann man fast jeden Beruf erlernen. Von Schneiderei über Hotelfach zu Medizin. Das Problem ist nur, dass nicht genügend Arbeitsplätze zur Verfügung stehen und man trotz Studium oder Ausbildung keine Möglichkeit findet, damit Geld zu verdienen. Häufiges Problem ist auch, wirklich gute Ausbildungen zu bekommen.

Gibt es Schreibschrift?

→ Auch hier lernt man in der Schule noch die Schreibschrift.

Gibt es Weihnachten?

→ Ja! Da circa 80% der Bevölkerung christlich sind, wird auch hier die Geburt Jesu gefeiert. Allerdings können sich viele keine große Weihnachtsfeier, wie wir sie kennen, leisten. Die burundikids feiern jedoch in den Kinderheimen jedes Jahr, mit gutem Essen und sogar kleinen Geschenken – meistens gebrauchte Kleidung aus Deutschland.

Kann man ein FSJ in Burundi machen?

→ Wer sich für einen Einsatz in Burundi interessiert, sollte auf www.burundikids.org unter „Freiwilligendienst“ schauen.