burundikids e.V.
 
 

Bei den Burundikids

Ein Bericht von Dres. Christina und Wolfgang Kiesel

Unser „bloc opératoire“

Die Klinik „Centre Médical Hippocrate“ hatte uns, zwei rheinland-pfälzische Zahnärzte, vom 26.02.2014 bis 05.03.2014 zu Gast. Nach langer Vorbereitungszeit, in der burundikids eine Behandlungseinheit anschaffte, Herr Dr. Peter Häufel bei der deutschen Bundeswehr eine große Anzahl an zahnärztlichen Instrumenten aus einem Feldlazarett beschaffte und wir ebenfalls eine Menge chirurgischer Instrumente und Materialien von Kollegen und Herstellern organisierten und von uns beisteuerten, konnte die weite Reise beginnen. HHN (Human Help Network e.V.) hatte freundlicherweise die Reisekosten übernommen sowie einen kleineren Teil für noch fehlende Instrumente bezahlt.

Am Flughafen in Bujumbura wurden wir von Verena und ihrem Mann Benoit Ndorimana abgeholt und zu unserem Quartier gebracht. Da ich sehr oft durch meine Anwesenheit elektrische Geräte zur Verzweiflung treibe, hat mir meine Frau mitgegeben nichts zu tun, was diese zum Streik treiben würde. Als wir das Haus betraten, fiel just in diesem Moment der Strom aus. Ich schwöre nichts angefasst zu haben.

Nach langer Vorbereitungszeit, in der burundikids eine Behandlungseinheit anschaffte, Herr Dr. Peter Häufel bei der deutschen Bundeswehr eine große Anzahl an zahnärztlichen Instrumenten aus einem Feldlazarett beschaffte und wir ebenfalls eine Menge chirurgischer Instrumente und Materialien von Kollegen und Herstellern organisierten und von uns beisteuerten, konnte die weite Reise beginnen. HHN (Human Help Network e.V.) hatte freundlicherweise die Reisekosten übernommen sowie einen kleineren Teil für noch fehlende Instrumente bezahlt.

Am ersten Tag war nach dem Auspacken die Übergabe aller Geräte, Instrumente und Materialien an Verena angesagt. Für die Behandlung wurde uns der OP-Raum der Klinik zur Verfügung gestellt.

In unserem „bloc opératoire“ wartete auch schon der erste Patient: Ein kleiner Frosch! Nachdem wir ihn in die Freiheit entlassen hatten, war die recht große Anzahl an Patienten zur Behandlung dran.

Nach der Umorganisation des Raumes zur Zahnarztpraxis, Desinfektion und Sterilisation aller Instrumente konnte es am nächsten Tag losgehen. Als wir am Morgen in der Klinik ankamen, war der Flur des CMH voll besetzt mit wartenden Patienten. In unserem „bloc opératoire“ wartete auch schon der erste Patient: Ein kleiner Frosch! Nachdem wir ihn in die Freiheit entlassen hatten, war die recht große Anzahl an Patienten zur Behandlung dran.

Wir versorgten insgesamt über 100 Patienten, hauptsächlich chirurgisch. Mittels des vorhandenen Blutentnahmestuhls und bequemen Behandlungsstühlen waren wir voll funktionstüchtig eingerichtet. Nur in Sachen Licht waren wir zuerst mit einer Taschenlampe und später mit einer Lampe aus der Gynäkologie bestückt – was dazu führte, dass sich die Behandlungen teilweise etwas schwierig gestalteten.

Bei allen Behandlungen assistierten uns die einheimischen Ärztekollegen Frau Dr. Ariane Dora Niteka und Dr. Bonaventure Hwehure.

Im Vorfeld hatten wir allerdings nicht damit gerechnet, dass bei den strahlend weißen Frontzähnen die Patienten so viele tief zerstörte Seitenzähne aufweisen würden. Dies bedeutete, dass wir hauptsächlich chirurgisch tätig waren. Durch die vergleichsweise einfache Ausstattung führte dies dazu, dass wir für die chirurgische Behandlung viel Zeit brauchten. Leider stellte sich hier heraus, dass die Behandlungseinheit für einen Dauerbetrieb zu schwach ausgelegt ist und vor allem die Absaugung bei größeren chirurgischen Behandlungsmaßnahmen sehr zu wünschen übrig ließ. Bei allen Behandlungen assistierten uns die einheimischen Ärztekollegen Frau Dr. Ariane Dora Niteka und Dr. Bonaventure Hwehure. Sie fungierten auch als unsere Dolmetscher und betreuten uns liebevoll. Außerdem assistierten Schüler der benachbarten Schule EPCM in Vierergruppen sehr aufmerksam und interessiert bei den Abläufen der zahnärztlichen Behandlung.

Bei allen Behandlungen assistierten uns die einheimischen Ärztekollegen Frau Dr. Ariane Dora Niteka und Dr. Bonaventure Hwehure. Sie fungierten auch als unsere Dolmetscher und betreuten uns liebevoll. Außerdem assistierten Schüler der benachbarten Schule EPCM in Vierergruppen sehr aufmerksam und interessiert bei den Abläufen der zahnärztlichen Behandlung.

Zusätzlich wurde für die Schüler der EPCM an zwei Nachmittagen ein Vortrag über die Anatomie der Zähne, Zahnerkrankungen und deren Folgen für den menschlichen Organismus gehalten. Für die Teilnahme an dieser Fortbildung erhielten alle ein Teilnahmezertifikat.

Am Samstag, 29.03.2014, besuchten wir mit Verena ein Kinderheim für Albinos in Kayanza. Vorher wurden wir Emmanuel, einem ehemaligen Straßenkind vorgestellt, der es Dank einer Schulausbildung zu einem eigenen Frisörsalon brachte.

Im Kinderheim wurden wir sehr freundlich mit Tänzen begrüßt. Die Kinder und einige Eltern, die zur Feier des Tages ebenfalls anwesend waren, freuten sich riesig über die Mitbringsel. Insbesondere die mitgebrachten Mainzelmännchen des ZDF waren sehr beliebt. Bei den Zahnputzübungen waren alle mit großem Einsatz dabei.

Im Kinderheim wurden wir sehr freundlich mit Tänzen begrüßt. Die Kinder und einige Eltern, die zur Feier des Tages ebenfalls anwesend waren, freuten sich riesig über die Mitbringsel. Insbesondere die mitgebrachten Mainzelmännchen des ZDF waren sehr beliebt. Bei den Zahnputzübungen waren alle mit großem Einsatz dabei.

In den Tagen in Burundi konnten wir vielen Patienten helfen, die teilweise schon jahrelang an Beschwerden im Mundbereich litten. Die Wiederholung eines solchen Einsatzes erscheint für die Menschen vor Ort absolut sinnvoll. Aus zahnmedizinischer Sicht wäre jedoch eine Aufrüstung der Behandlungseinheit notwendig, um die Patienten effektiver versorgen zu können. Eine Ausweitung der Behandlungsmöglichkeiten im Bereich Endodontie wäre für die Patienten von großem Vorteil, bedeutet aber große finanzielle Aufwendungen im Vorfeld. Um jedoch die Notwendigkeit der zahnärztlichen Behandlungsbedürftigkeit zu reduzieren, müsste unbedingt eine Prävention gegen Zahnerkrankungen im Kindes- und Schulalter eingeführt werden. Diese Maßnahme hätte den Vorteil, dass keine großen finanziellen Mittel aufgewendet werden müssten; lediglich Manpower wäre notwendig. Durch diese Maßnahme könnte auf lange Sicht die große Anzahl an chirurgischen Behandlungen im Erwachsenenalter deutlich reduziert werden.

Während des gesamten Aufenthaltes wurden wir von Familie Stamm/Ndorimana und allen Mitarbeitern des Centre Médical Hippocrate und der Ecole Polyvalente Carolus Magnus hervorragend betreut und verpflegt. Es wurde uns eine Herzlichkeit und Freundlichkeit entgegengebracht, die wir so nicht erwartet hatten. Hierfür sagen wir Danke!