burundikids e.V.
Albinismus – in Ländern wie Burundi nicht nur ein physisches, sondern auch ein gesellschaftliches Problem.

Von Zweien, die auszogen

Espérance Ndayishimiye ist 17 Jahre alt und leidet unter Albinismus – in Ländern wie Burundi nicht nur ein physisches, sondern auch ein gesellschaftliches Problem. Wegen Menschenjägern, die Albino-Körperteile für abergläubische Rituale verwenden, musste sie 2010 von zu Hause fliehen. In der kleinen Stadt Kayanza, im Norden Burundis, hat die Fondation Stamm mit Hilfe der burundikids zuerst notdürftig eine schützende Unterkunft für Kinder wie Espérance eingerichtet. Zuvor musste sie, zusammen mit anderen Kindern, vor dem Büro des Bürgermeisters übernachten – weil dort Polizisten nachts für Sicherheit sorgten.

Dank der Unterkunft im Heim konnte Espérance wieder zur Schule gehen. Im Heim lernte sie gut, deshalb hat sie im aktuell ausgelaufenen Schuljahr den „Concours National“, einen nationalweiten Test nach der sechsten Klasse, erfolgreich bestanden und somit die Grundschule abgeschlossen. Das zuständige Bildungsministerium weist den Schülern anschließend die Plätze in der Oberstufe zu. Für Espérance kann es sein, dass sie das Heim in Kayanza verlassen muss, um in der benachbarten Provinz Ngozi die Oberstufe besuchen zu können. Dort würde sie im Internat wohnen können.

Auch für Claude Niyonkuru geht es weiter außerhalb des Heims in Kayanza. Er selbst wohnte dort gemeinsam mit seiner Schwester, die unter Albinismus leidet. Seine drei älteren Brüder, die in einem Ausbildungsprogramm der Fondation Stamm Handwerksberufe erlernt haben, sind nach Bujumbura gezogen, um dort zu arbeiten und die Familie zu ernähren. Zurück blieb die Mutter, alleine – und um die soll sich nun Claude kümmern. Seine Schwester, Albino, wird weiterhin im Heim bleiben, zu ihrer eigenen Sicherheit. Die Mitarbeiter der Fondation Stamm haben somit weiterhin den Kontakt zur Familie.