burundikids e.V.
Sein Zeugnis bekam übrigens nur, wer auch den kleinen Beitrag – umgerechnet etwa 50 Cent pro Monat – zur Kindertagesstätte bezahlt hatte. Auf die strikte Einhaltung dieser Regel bestehen die Eltern, was auch die Vorsitzende des Elternbeirats bei den Feierlichkeiten noch einmal in ihrer Ansprache betonte.

Nachrichten aus Buterere

Sie hatten Angst, viel Angst in den vergangenen Wochen. Der arme Bezirk Buterere an Bujumburas Stadtrand war lange Zeit Schauplatz heftiger Demonstrationen gegen den zwischenzeitlich neu gewählten Präsidenten. Teilweise kam es sogar zu Gefechten mit der Polizei. Das Viertel war lange nicht zugänglich für die Kollegen in Bujumbura. Entweder fuhren keine Busse dorthin oder es wurde geschossen. Oder beides. Um auch die Lehrerinnen und die Kinder der Tagesstätte nicht in unnötige Gefahr zu bringen, hatte die Organisationsleitung beschlossen, die Einrichtung für fast zwei Monate geschlossen zu halten.

Im Juli kam dann die Besserung der Lage und in Buterere konnten die Anwohner wieder aufatmen: die Kids durften endlich wieder in ihre Klassen und ihre Lehrerinnen Aicha, Goreth, Marie-Claire und Nadège waren auch da. Insgesamt betreuen sie in vier Klassen 102 Mädchen und Jungen, aufgeteilt in unterschiedliche Altersstufen.

Zwar mit ein wenig Verspätung, aber dafür umso freudiger feierte die Gemeinschaft der Tagesstätte – darunter viele Eltern und auch Neugierige aus dem Viertel – die Vergabe der Beurteilungen am 29. Juli. Vor Ausbruch der Unruhen im April hatten noch 207 kleine Kinder die Tagesstätte besucht. Damit hat die politische Krise den Zulauf des Zentrums stark beeinträchtigt. Wer und wohin geflohen ist, wer aufgrund der unsicheren Lage lieber zu Hause bleibt und wer wirtschaftlich ruiniert wurde, lässt sich nur erahnen.

Sein Zeugnis bekam übrigens nur, wer auch den kleinen Beitrag – umgerechnet etwa 50 Cent pro Monat – zur Kindertagesstätte bezahlt hatte. Auf die strikte Einhaltung dieser Regel bestehen die Eltern, was auch die Vorsitzende des Elternbeirats bei den Feierlichkeiten noch einmal in ihrer Ansprache betonte. Dafür gab es aber zum Zeugnis kleine Geschenke und Kekse für die Kids. Um den großen Augen der außenstehenden Kinder gerecht zu werden, bekamen auch sie was ab von den Süßigkeiten.

Beschützt wird die Einrichtung übrigens von Omar – einem ehemaligen Straßenjungen, der ebenfalls in den Einrichtungen der burundikids groß geworden war, und heute als Wächter arbeitet und sein Leben bestreitet. Er passt auch jetzt auf die Lehrerinnen auf, die bereits die Einschreibungen für das kommende Schuljahr vornehmen und den Eltern aus Buterere Rede und Antwort stehen. Losgehen soll es schon am 24. August.