burundikids e.V.
Espérance ist stolz auf Kenthia

„Zeugnisse“ schon im Kindergarten

Bevor es für die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte „Duhinduke“ im Hauptstadtviertel Buterere in die Sommerferien ging, hatte es noch eine Beurteilung von den Kindergärtnerinnen gegeben. In Burundi ist es üblich, dass schon die Kleinsten ein „Zeugnis“ bekommen. Natürlich ohne Noten und Konsequenzen auf die etwaige Einschulung in die Grundschule, aber dennoch als Orientierung für die Eltern, wie sich der Nachwuchs in Sprachen, Zeichnen, Tanzen, Singen etc. entwickelt.

Zur Feier des Tages gab es diesmal leider kein zusätzliches Geschenk. Sonst hatten die Kids immer ein Spielzeug oder Süßigkeiten bekommen. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Burundi ist dafür jedoch derzeit kein Geld vorhanden. Dafür soll aber eine Betreuung der Kinder auch während der Sommerferien möglich sein, damit sich die Eltern weiter auf ihre Arbeit konzentrieren können und sich nicht um die Unterbringungen des Sprosses sorgen müssen. Außerdem wurde beschlossen, die Ferienbetreuung auch für Kinder aus dem Viertel anzubieten, die bislang nicht in die Tagesstätte eingeschrieben waren.

Anfang September geht dann der reguläre Betrieb wieder los für das Schuljahr 2017/18. Als Beitrag für die Tagesstätte – um Lehrerinnen, Lehrmaterial, Spielzeug, Miete etc. bestreiten zu können – werden die Eltern um Mithilfe gebeten. Die liegt momentan umgerechnet unter einem Euro pro Monat. « Duhinduke » besuchen fast 150 Kinder pro Schuljahr in mehreren Klassen.

Ein Mädchen, das die Einrichtung besucht heißt Kenthia (Foto). Kenthia lässt sich von ihrer Beinlähmung nicht abbringen und gibt alles in der Vorschule. Mit Erfolg – sie zählt zu den eifrigsten und besten ihrer Klasse. Ihre Mutter Espérance ist stolz auf sie. Kenthia ist fest entschlossen, in die Fußstapfen ihres älteren Bruders zu treten. Der hatte auch mehrere Jahre „Duhinduke“ besucht und geht jetzt auf die Grundschule.