burundikids e.V.

Cam Pillows made in Burundi: Das besondere Kissen für Ihre Kameras. Cam Pillows sind kleine stilvolle Kissen aus schickem afrikanischem Stoff, auf denen Fotoapparate und Kameras abgelegt werden können, um Kratzer und Schlimmeres zu vermeiden. Ein Projekt der Cosyspeed GmbH in Kooperation mit unserem Mutter-Kind-Heim Centre Nyubahiriza.

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Adeline und Bélyse aus dem Mütterheim

Adeline und Bélyse aus dem Mütterheim –

Adeline

Adeline mit ihrem Sohn Ibrahim
Adeline mit ihrem Sohn Ibrahim

Adeline lebte in ihrem Elternhaus in der Kommune Kiremba, Provinz Ngozi im Norden Burundis. Als sie in der achten Klasse war, wurde sie von einem Klassenkameraden schwanger, der sie belog, sie heiraten zu wollen und ihr falsche Versprechungen machte. Als ihre Schwangerschaft bekannt wurde, flüchtete der Junge und ist bis heute nicht wieder auffindbar. Für Adeline begannen die Schwierigkeiten: ihre Familie akzeptierte sie nicht mehr aufgrund der unehelichen Schwangerschaft; insbesondere Adelines Vater möchte seither nichts mehr von ihr wissen.

Seit 2009 ist sie im Heim der Fondation Stamm, wird vollständig versorgt und konnte auch die Schule wieder aufnehmen. Ihr Sohn Ibrahim ist ebenfalls mit ihr im Heim und geht in den Kindergarten. Adeline wird im Schuljahr 2013/14 in die dritte Klasse der Oberstufe (Abiturjahrgang) kommen. Sie lernt im technischen Zug „Informatik und Wartung“.

Adelines größter Wunsch ist es, nach dem Abitur auch den Nationalen Test zu bestehen, der den Zugang zur Universität ermöglicht. Sollte sie das schaffen, möchte sie unbedingt in ihrem Fach studieren und sich professionalisieren. Sollte sie den Test nicht schaffen, müsse sie sich eben auch damit zufrieden geben, sagt Adeline. Dann werde sie sich eine Arbeit suchen.

Sehr am Herzen liegt ihr, dass ihr Sohn Ibrahim in den Kindergarten und später in die Schule geht. „Seit er dorthin geht kann er problemlos sprechen und sogar zählen“, freut sich die junge Mutter. Schließlich solle er es einmal besser haben als Adeline.

Zum Vater Ibrahims habe sie keinerlei Kontakt, seit er abgehauen sei; allerdings gebe sie nicht auf, ihn zu suchen. Sie sei sehr wütend auf diesen Mann. Nach ihrer Ausbildung wäre es eigentlich an der Zeit für Adeline, das Heim zu verlassen. Bis heute weiß sie noch nicht, wie sie das anstellen kann, zumal sie alleine für Sohn Ibrahim verantwortlich ist.

Adeline ist immer noch in Kontakt mit ihren Eltern. Mit ihrer Mutter habe sie kein Problem, meint sie. Jedoch lehnt ihr Vater sie weiterhin ab, seit sie ein Kind hat: „Er will bis heute nichts von mir wissen“. Sie habe sich schon mehrmals bei ihm entschuldigt, jedoch vergebens.

Die meiste Zeit verbringt Adeline mit Lernen oder damit, sich um Ibrahim zu kümmern. Die Liebe zu ihrem Sohn ist spürbar. In der wenigen Freizeit, die sie hat, liebt sie es zu singen oder Gedichte zu schreiben. Und wenn sie den Kopf freibekommen will, joggt sie einfach los.

Jetzt in den großen Ferien will sie die Eltern wieder besuchen – mit Ibrahim. Das akzeptiert der Vater immerhin, auch wenn er nicht mit Adeline sprechen will. Die Juristin der Fondation Stamm, Odile, wird Adeline begleiten, um mit dem Vater zu sprechen. Er soll sie und seinen Enkel akzeptieren.

 

Bélyse

Bélyse mit ihrem Sohn Young Israel
Bélyse mit ihrem Sohn Young Israel

Bélyse hat keinen Vater mehr. Als der starb, heiratete ihre Mutter einen anderen Mann und Bélyse lebte vorerst auch im Haus des Stiefvaters. Dieser begann jedoch, sie zu misshandeln. Dann wurde Bélyse eines Tages schwanger von einem Jungen, der das Kind nicht anerkannte und die Flucht ergriff. Ihr Stiefvater warf Bélyse aus dem Haus, aufgrund der „Schande“, die sie über die Familie brächte. Trotz der Vermittlungsversuchen des Viertelchefs musste Bélyse gehen und lebte fortan auf den Straßen der Hauptstadt Bujumbura.

Eines Tages hörte sie von der Fondation Stamm und bat um Hilfe. Im Januar 2011 wurde sie im Mütterheim aufgenommen, gemeinsam mit ihrem Kind Young Israel. Die Unterkunft erlaubte es Bélyse, die Schule wieder aufzunehmen. Sie hat erfolgreich die achte Klasse bestanden und wird im Schuljahr 2013/14 die neunte Klasse besuchen.

Bélyse macht einen äußerlich zufriedenen Eindruck. Im Heim fühle sie sich wie in einer Familie, sagt sie. Am glücklichsten sei sie darüber, dass sie wieder zur Schule gehen könne. Ihr Sohn Young Israel wird ab September in den Kindergarten gehen, das sei ihr wichtig.

Die Frage, ob sie nicht lieber nach Hause gehen würde, verneint Bélyse: „Hier fühle ich mich gut, ich habe hier meine Familie gefunden. Bei meinem Stiefvater würde ich nur ausgebeutet und misshandelt werden.“ Trotz allem hat Bélyse starke Sehnsucht nach ihrer Mutter. Doch diese zieht es vor, beim neuen Mann zu bleiben. Das ist Bélyse eine Lehre: „Mein Sohn soll es besser haben. Mein zukünftiger Mann muss das Kind akzeptieren; ohne ihn gibt es mich auch nicht.“ Kontakt zum Vater Young Israels hat Bélyse keinen. Sie vermute ihn in Tansania.

Die junge Frau konzentriert sich voll auf ihre Bildung. Im September kommt sie in die neunte Klasse des Collège, die Mittelstufe. In der darauffolgenden Oberstufe, die sie unbedingt erreichen möchte, werde sie den naturwissenschaftlichen Zweig wählen, sagt Bélyse. Denn ihr Wunsch sei es, Krankenschwester zu werden. Wieso? „Wenn du dir ansiehst, wie es in den Krankenhäusern bei uns zugeht, wirst du wütend! Die Krankenschwestern kümmern sich doch gar nicht um die Patienten“, lamentiert sie. Das wolle sie ändern. Und wenn sie die Chance bekommt: sogar mit einem Universitätsstudium.

In ihrer Freizeit spielt Bélyse gerne Friseur. Sie frisiert die anderen Mädchen im Heim, mag es, sich um die Schönheit anderer zu kümmern. Da gehe ihr das Herz auf, lächelt Bélyse. Außerdem liebe sie den Strand des Tanganyikasees, den sie viel zu selten sehen kann, und grüne Parks zum Spazierengehen.