burundikids e.V.

Cam Pillows made in Burundi: Das besondere Kissen für Ihre Kameras. Cam Pillows sind kleine stilvolle Kissen aus schickem afrikanischem Stoff, auf denen Fotoapparate und Kameras abgelegt werden können, um Kratzer und Schlimmeres zu vermeiden. Ein Projekt der Cosyspeed GmbH in Kooperation mit unserem Mutter-Kind-Heim Centre Nyubahiriza.

Cam Pillows made in Burundi: Das besondere Kissen für Ihre Kameras. Cam Pillows sind kleine stilvolle Kissen aus schickem afrikanischem Stoff, auf denen Fotoapparate und Kameras abgelegt werden können, um Kratzer und Schlimmeres zu vermeiden. Ein Projekt der Cosyspeed GmbH in Kooperation mit unserem Mutter-Kind-Heim Centre Nyubahiriza. Cam Pillows können Sie bei Cosyspeed kaufen.

Serafine
Serafine

Mit elf Jahren von den Rebellen entführt

Ergreifende Geschichten junger Mädchen

Text von Heike Nickel

Musungu! Musungu!" tönt es aus unzähligen Kinderkehlen - egal, wo man in Burundi auftaucht. "Musungu" heißt "Weißer", und in dem kleinen zentralafrikanischen Land hat es nichts Despektierliches, nach seiner Hautfarbe betitelt zu werden. Wenn unsere kleine "Musungu"-Reisegruppe in einem der vielen Elendsviertel von Bujumbura oder in einem Kinderheim auftauchte, dann wurden wir überall herzlich willkommen geheißen. Tanz, Gesang und Trommeldarbietungen gehörten mit zum Standardbegrüßungsprogramm.

Oder man wird in eine der notdürftig zusammengeschusterten Hütten gebeten, wo Bürgermeister, Dorfälteste und andere Würdenträger flammende Reden schmettern. Darin geht es meist um einfachste Hilfsmittel, die erbeten werden. Um Materialien zum Reparieren von zerstörten Wasserleitungen, Schulhefte für die Kinder oder Chinin, um die zahlreichen Malariakranken zu behandeln. 40 Cent würde die Behandlung eines Kindes umgerechnet kosten. Geld, das in den meisten Fällen nicht vorhanden ist. Und immer wieder geht es in den Reden auch um "Sida", wie Aids in Burundi genannt wird.

Mit in Burundi unterwegs war auch das Ehepaar Ulle und Wolfgang Förschler aus Kreuzweingarten. Der Augenarzt, der seit fast 30 Jahren in Euskirchen praktiziert, hatte medizinisches Gerät und etliche Augenmedikamente mit im Gepäck. Schnell sprach sich herum, dass ein deutscher Arzt in der Gegend sei. Die Warteschlange vor dem Straßenkinderheim in Muyinga, wo der 62-Jährige seine Untersuchungen durchführte, war lang. Blinde, Menschen mit entzündeten Augen, mit Glaukomen und Sehfehlern, vor allem auch Kinder mit Augenverletzungen setzten sich der Reihe nach auf den Holzstuhl und ließen sich von Dr. Förschler untersuchen. "Fast alle mit Augenverletzungen sind zu spät hier, sie hatten keine Akutversorgung", konstatierte der Arzt. Nötige Behandlungen wie Operationen oder aber eine Brille zur Korrektur bleiben unerschwinglich für den Großteil der burundischen Bevölkerung. "Die medizinische Unterversorgung im Land ist gravierend", so Förschler.

Am tiefsten bewegt auf der Reise hat mich ein Interview mit vier Mädchen, die in einem Heim für junge Mütter leben, das seit August letzten Jahres vom Verein "burundikids" finanziert wird. Insgesamt wohnen 19 junge Frauen zwischen 14 und 18 Jahren mit ihren 20 Kindern in dem Haus am Stadtrand von Bujumbura. Sie alle hatten zuvor mit ihren Babys auf der Straße gehaust, entwurzelt und vertrieben durch den zwölf Jahre tobenden Bürgerkrieg im Land. Die Geschichten, die die Mädchen erzählen, sind jede für sich mehr als schrecklich, spiegeln letztlich aber das Leid eines ganzen Volkes wieder.

Da war Serafine, die mit zehn Jahren fliehen musste und mit zwei anderen Mädchen unter einem Baum lebte, bis sie sich schließlich prostituierte. Heute ist sie 14, HIV-positiv und gezeichnet von ihrer Krankheit. Emanueline, deren Eltern getötet wurden und die mit zwölf Jahren von ihrem Arbeitgeber vergewaltigt und geschwängert wurde. Claudine war erst elf Jahre alt, als sie von einer Rebellengruppe entführt wurde, deren Mitgliedern sie sexuell hörig sein musste. Und Francine, die mit acht Jahren mitansehen musste, wie ihre Eltern von marodierenden Rebellen grausam ermordet wurden. Als sie 15 Jahre alt wurde, fielen bei der Feldarbeit drei Männer über sie her.

All diesen erschütternden Geschichten, den sichtbaren Zerstörungen des Krieges und der unermesslichen Armut im Land, die wir zu Gesicht bekommen haben, standen auch viele schöne Erlebnisse und Eindrücke gegenüber. Nicht nur die Herzlichkeit der Burunder, die wunderschöne Landschaft mit ihrer üppig-wuchernden Vegetation, die unverfälschte Freude der Kinder und ihre Begeisterung, in die Schule gehen zu dürfen, hinterließen Eindruck. Vor allem auch Menschen wie Verena Stamm, die vor Ort mit ihrer kleinen Hilfsorganisation so viel leistet, und Martina Wziontek, die mit ihrem Verein "burundikids" in nur zweieinhalb Jahren Beachtliches auf die Beine gestellt hat, hinterlassen tiefe Spuren.

Heike Nickel