burundikids e.V.
 
 

Technikerschule ETO in Gitega (AZG Fikentscher)

Technikerschule ETO in Gitega (AZG Fikentscher)

Die erste Schülerzeitung der EPCM gibt es hier zum Download!

Die erste Schülerzeitung der EPCM gibt es hier zum Download!

Centre Birashoboka für Straßenkinder
„Birashoboka“ ist Kurundi (die Landessprache in Burundi) und heißt übersetzt so viel wie „Alles ist möglich“


Centre Birashoboka für Straßenkinder – Aktuell


In der Sorge, die Unterkunft, Begleitung und Betreuung der Jugendlichen ständig zu verbessern, ist das Straßenkinderheim „Centre Birashoboka“ umgezogen. Das alte, große Heim im Viertel Kanyosha wurde verlassen, um zwei neue, kleinere Heime im Viertel Kajaga zu beziehen, ganz in der Nähe der „Ecole Polyvalente Carolus Magnus“ (EPCM). Im „Centre Birashoboka I“ wohnen aktuell 45 Jungen, im „Centre Birashoboka II“ 35.

Für den Umzug sprachen mehrere Vorteile: die Nähe zur EPCM erlaubt es nun, dass alle Jungen auf unsere eigene Schule gehen, und somit von einer qualitativ höheren Lehre profitieren können. Abgesehen davon fließt das Schulgeld im projekteigenen Kreislauf, da die Fondation Stamm das Schulgeld für „ihre“ Kinder an die eigene Schule bezahlt und somit dem dortigen Projekt wiederum zugutekommt.

Ein kleiner Bewohner des Strassenkinderheims in Kajaga, einem Viertel in Bujumbura: jetzt hat er es auch nicht mehr weit in die Schule!

Eine weitere Verbesserung ist die Aufteilung auf zwei separate Heime, die jedoch nicht weit voneinander entfernt liegen. Pro Heim sind somit weniger Kinder und Jugendliche untergebracht, was die Lebensqualität in den Heimen steigert. Schließlich ist auch die Lebensqualität im Viertel Kajaga besser als im Armenviertel Kanyosha, wo zu viele negative Anreize und Milieus (Drogen, Gewalt, Prostitution, usw.) zur ständigen Gefahr für ein Abdriften der ehemaligen Straßenkinder wurden.

Mit dem Umzug in die neuen Heime wurden gleichzeitig strengere Regeln eingeführt. Es gibt geordnete Putz- und Hygienepläne, gemeinsame Sitzungen zu unterschiedlichen Themen und Ausgänge unterliegen strengeren Auflagen.

Neben den beiden Heimen wird ein betreutes Wohnen älterer Jungen finanziert und begleitet. Diese Jugendlichen gehen beruflichen Ausbildungen nach. Eine weitere Kategorie sind Jugendliche, Mädchen und Jungen, die bei ihren Familien oder in Pflegefamilien wohnen, beim Schulgeld und -material jedoch auf Unterstützung angewiesen sind. Diese Form der Begleitung nennt sich „Unterstützung auf Distanz“.

Historie

Mit der Reintegration der Kinder und Jugendlichen aus den Heimen in ein soziales Umfeld außerhalb der Heime werden die jungen Männer und Frauen in die Selbstständigkeit entlassen. Sie kehren, wenn möglich, zu ihren Familien zurück oder werden von der Fondation Stamm bei der Suche nach einer Arbeit unterstützt.

Dazu wird eine finanzielle Basis benötigt, denn die Kinder und Jugendlichen sollen nicht in die Misere zurückkehren: Werden sie von ihrer Familie aufgenommen, wird dieser geholfen, ein lebenswürdiges Umfeld für das Kind zu schaffen und sie erhält Nahrungsrationen. Können die Reintegrationskandidaten nicht von ihrer Familie aufgenommen werden und wollen beispielsweise einen kleinen Handel eröffnen, hilft die Fondation Stamm, indem sie ein Startkapital und eine Begleitperson zur Verfügung stellt.

Bosco und Reverien sind zwei junge Männer Anfang 20 aus dem Straßenjungenprojekt.

Bosco und Reverien sind zwei junge Männer Anfang 20 aus dem Straßenjungenprojekt. Sie haben die Schule abgebrochen und die Zeit im Heim verging für sie, da sie ohne Beschäftigung waren, eher schleppend. Sie hatten keine Motivation. Doch nach vielen Gesprächen mit Heimleitern und Psychologen wurde ihnen langsam klar, dass sie selbst die Initiative ergreifen müssen, wenn sie etwas aus ihrem Leben machen wollen, die Dinge selbst in die Hand nehmen und sich auf die Suche nach einer Arbeit machen.

Sie beschlossen also, sich zusammen zu tun und gemeinsam ein Projekt zu starten: Mit dem Reintegrationsgeld mieteten sie nahe dem Straßenkinderheim ein kleines Zimmer in einem Lehmhäuschen. Dort wohnen sie jetzt. Außerdem kauften sie ein Fahrrad, einen kleinen Herd, eine Pfanne, Öl, Mehl, Kartoffeln, Eier und Zucker und begannen zu produzieren: eine Art Crêpes, die in Burundi Chapatti heißen, Sambussa, das sind mit Kartoffeln gefüllte Teigtaschen, und Quarkbällchen, Baignets genannt. Dies alles verkaufen sie dann auf dem Markt, in den Bars und auf Baustellen Bujumburas, der Hauptstadt. Mittlerweile läuft das Geschäft so gut, dass sie sich einen dritten Mann ins Boot holen konnten, der für den Verkauf zuständig ist. Die beiden kümmern sich nun hauptsächlich um den Einkauf und die Produktion. Bei meinem Besuch erzählten sie mir, dass sie jeden Tag umgerechnet ca. 2,90 Euro verdienen. Das reicht, um ein wenig zurückzulegen und sich das Zimmer leisten zu können.

Ein viel versprechender Start, der den beiden Jungs hoffentlich zeigt, dass sie es auf eigenen Beinen durchs Leben schaffen können.

David ist ein kräftiger junger Mann, dem man seine jahrelange Übung in der Trommlergruppe des Straßenkinderheims an seinen muskulösen Armen ansieht. Man würde in ihm eher einen Fußballer vermuten, als einen Friseur. Aber genau das ist er: Friseur. Das Geld, das ihm durch die Reintegration zur Verfügung stand, nutze er, um sich einen kleinen Friseurladen einzurichten.

David ist ein kräftiger junger Mann, dem man seine jahrelange Übung in der Trommlergruppe des Straßenkinderheims an seinen muskulösen Armen ansieht. Man würde in ihm eher einen Fußballer vermuten, als einen Friseur. Aber genau das ist er: Friseur. Das Geld, das ihm durch die Reintegration zur Verfügung stand, nutze er, um sich einen kleinen Friseurladen einzurichten. Seine Ausbildung dazu erwarb er bereits in einem Berufsbildungsprojekt, das die Fondation vor einigen Jahren durchführte. Nun war es ihm auch endlich möglich, seine Fähigkeiten zu testen. Gemeinsam mit einem Freund frisiert er nun Männer, für 15-18 Cent pro Schnitt. Was dabei auf keinen Fall fehlen darf, sind, natürlich, eine Rasiermaschine und Pflegemittel. Viel Wert wird aber auch gelegt auf Poster von Stars wie Jackie Chan oder Britney Spears und, zur Unterhaltung, ein Radio. David und sein Freund verdienen bis zu 1,80 Euro am Tag, Geld, mit dem David auch seinen Onkel unterstützen kann, bei dem er ein Zimmer gemietet hat.

Zur Geschichte des Kindersoldaten Safari.

Kurzfilm von Djûke Stammeshaus über ehemalige Kindersoldaten

Ausblick

Das Straßenkinderheim soll als wichtige Einrichtung weiter betrieben werden. Straßenkinder wird es in Bujumbura (und anderen Städten im Landesinnern) immer geben, solange Armut in Burundi herrscht. Im Gegenteil, es sollte überlegt werden, diese Aktivitäten weiter auszubauen. Evtl. sogar ein eigenes Grundstück zu erwerben und ein eigenes Heim zu bauen.