burundikids e.V.
Anselm bei der wöchentlichen Mitarbeiterversammlung im Straßenkinderprojekt „Centre Birashoboka“ in Kanyosha

Herausforderung für jeden Tag: Anselms vielseitige Arbeit

März 2011: Anselm Crombach, seit November 2010 in Burundi, arbeitet für ein Jahr bei der Fondation Stamm mit. Dabei gehen die Herausforderungen weit über sein Spezialgebiet, die Psychologie, hinaus. Heute meldet er sich zu Wort:

„Im Straßenkinderprojekt „Centre Birashoboka“ in Kanyosha hat sich in letzter Zeit so einiges getan. Seit Anfang Dezember 15 unserer Jungs ausgezogen sind, um in einem eigenen Haus zu wohnen, betreuen wir „nur“ noch knapp 70 Kinder. Dennoch haben die Erzieher und ich alle Hände voll zu tun. Jede Woche gibt es neue Herausforderungen wie: kranke Kinder, Schwierigkeiten in der Schule, ein neues Kind, das in unser Heim integriert werden muss oder ein schon in seine Familie zurückgeführtes Kind, das Hilfe bei der Lösung eines Konfliktes zu Hause benötigt.

Oft sind es gerade die kleinen Dinge, die ständig organisiert werden müssen. Gerade haben wir unsere Jungs beispielsweise mit neuen Schulheften ausgestattet, die sie für die nun anstehenden Prüfungen benötigen. Sie haben alle fleißig gelernt und wir hoffen, dass sie die nun folgenden Prüfungswochen gut überstehen werden, um dann im Anschluss die wohlverdienten Osterferien zu genießen.

Neben den alltäglichen Herausforderungen, die wir alle auf unserer wöchentlichen Mitarbeiterversammlung besprechen und planen (siehe Foto), sind wir gerade dabei viele Neuerungen in dem Projekt einzuführen. So haben wir zum Beispiel die Kinder und Jugendlichen auf kleine Gruppen verteilt, die jeweils von einem unserer Erzieher betreut werden. In diesen werden Probleme der Kinder, aber auch Regeln des Zusammenlebens besprochen und diskutiert. Unter anderem wird auch der Umgang mit unseren geplanten materiellen Erneuerungen besprochen, damit diese möglichst lange halten.

In den nächsten Monaten werden das insbesondere neue Schränke und neue Matratzen sein. Bald steht zudem eine Zukunftsplanung für unsere Kinder an. Dabei werden wir auf Grundlage von Gesprächen, die ich mit den Kindern geführt habe, der familiären Situation, den finanziellen Möglichkeiten und des Entwicklungs- und Bildungsstandes des Kindes entscheiden, wie die schulische Karriere weitergeht und ob es vielleicht eine Möglichkeit gibt, sie in ihre Familien zu reintegrieren.

Ein paar unserer älteren Jungs haben im Laufe der letzten Monate ein Lied über die Fondation Stamm geschrieben und sind auch schon fleißig am Üben, da sie dieses Lied bald aufnehmen wollen. Es wird sowohl kirundische, französische als auch deutsche Strophen beinhalten. Nachdem ich nun schon öfter Ausschnitte dieses Liedes gehört habe, bin ich sehr gespannt auf das Endergebnis.

Es wird ein Dankeslied an die Fondation Stamm werden, die ihnen so viel in ihrem Leben ermöglicht hat – und somit auch an Sie, liebe Aktive, Spender und Leser. Denn nur dadurch, dass ein Projekt lange besteht und permanent die laufenden Kosten gedeckt werden, ist es möglich den Kindern und Jugendlichen ein Zuhause und auch eine Zukunft zu bieten. Daher möchte ich ihnen schon an dieser Stelle im Namen der Kinder danken.“