burundikids e.V.

Neubeginn

Ihre erste Ware wurden Désiré und Jérémy gleich im Büro der Fondation Stamm los
Ihre erste Ware wurden Désiré und Jérémy gleich im Büro der Fondation Stamm los

Désiré und Jérémy, zwei ehemalige Straßenjungen, denen die burundikids jahrelang geholfen haben, sind seit Ende August ins Berufsleben der Schuh- und Kleidungshändler eingestiegen.

Désiré kommt aus Mwaro, einer Provinz im Zentrum Burundis. Er lebte in größter Armut und ohne Hoffnung. Als seine Eltern ums Leben gekommen waren, verlor Désiré nicht nur seine Familie, sondern sein gesamtes bisheriges Leben. Seine Eltern hatten ihm weder Vieh noch Ackerland vererbt. Seine Onkel sahen keine Möglichkeit, Désiré bei sich aufzunehmen. Schließlich war Désiré gezwungen, auf der Straße zu leben. Aber schon 2004 traf ihn das Glück im Unglück: Désiré wurde im Heim „Birashoboka“ aufgenommen. Fortan hatte er die Möglichkeit wieder zur Schule zu gehen. Leider hatte er nie die Prüfung zum Ende der Grundschule bestanden und konnte deshalb nicht in die Sekundarstufe gehen. Alternativ hat er eine berufliche Ausbildung zum Kfz-Mechaniker in Kanyosha begonnen, das Viertel in Bujumburas Süden, in dem auch das Heim war. Aber auch diese Ausbildung schaffte der junge Mann nicht bis zum Ende. Trotz aller Misserfolge hat Désiré die Hoffnung nicht aufgegeben. Ende August hat er einen erneuen Anlauf unternommen, neu zu starten und ins Berufsleben der Händler einzusteigen. Der erste Monat seines Mini-Business ist vorüber. Désiré geht es gut.

Désiré (links) und Jérémy (rechts) mit ihrem Betreuer Christian, der im Heim Birashoboka arbeitet
Désiré (links) und Jérémy (rechts) mit ihrem Betreuer Christian, der im Heim Birashoboka arbeitet

Jérémy kommt aus Gitega, eine Stadt in der Mitte des Landes. Der junge Mann hat seine Eltern nie wirklich gekannt. Er weiß nur von einer älteren Schwester, die schon verheiratet ist. Jérémys Großmutter hat ihn großgezogen, aber wegen der großen Armut konnte sie ihren Enkel nicht behalten. Jérémy war ebenso wie Désiré gezwungen, auf der Straße zu leben und um Essen zu betteln. Im Jahr 2002 schon nahm ihn die Fondation Stamm im Heim „Birashoboka“ auf. Wie Désiré konnte auch Jérémy wieder zur Schule gehen. Er hat die Grundschule absolviert, aber auch er hat die Prüfung zur Oberstufe nicht bestanden. Trotz der Schwäche in der Schule war Jérémy einer der Besten im traditionellen Trommeln, das er im Heim gemeinsam mit den anderen Jungen lernen konnte. Auch er hat neuen Mut gefasst und sich entschlossen, unabhängig zu werden und ins Berufsleben einzusteigen.

Um einen guten Start hinlegen zu können, haben die burundikids den zwei ehemaligen Straßenjungen ein letztes Mal unter die Arme gegriffen: Die Jungen bekamen das nötige Kapital, um in Kleidung und Schuhe zum Verkauf zu investieren. Darüber hinaus bekommen die beiden ihre bescheidene Miete für zwei Monate bezahlt, um finanziell den Rücken frei zu haben und sich etablieren zu können.

Ab sofort können Désiré und Jérémy selbstständig leben.