burundikids e.V.

Kind in Burundi mit selbstgemachten Bällen

Vom Leben auf der Straße

Die Arbeit mit Straßenkindern ist einer der Schwerpunkte der burundikids. Und eine der schwierigsten Aufgaben der KollegInnen vor Ort. SozialarbeiterInnen, PsychologInnen und JuristInnen sind mit Kindern und Jugendlichen, die ihren Lebensmittelpunkt auf der Straße haben, 365 Tage im Jahr beschäftigt. Deren Schicksale und Probleme halten sie auf Trab. Zwar gibt es die sozialen Einrichtungen der burundikids, in denen die Kinder und Jugendlichen unterkommen und wieder zur Schule gehen können. Doch ein wichtiger Teil der Arbeit findet auf der Straße selbst statt.

Dazu gehört auch, die Kinder und Jugendlichen zu unterschiedlichen Themen zu sensibilisieren, mit ihnen zu diskutieren und: ihnen zuzuhören. Gesundheitliche Themen spielen dabei ebenso eine Rolle wie juristische. Wer ist mein Vater und wieso erkennt er mich nicht an? Welche Rechte habe ich in meiner Familie und wieso muss mir der Staat eine Geburtsurkunde und einen Ausweis ausstellen? Fragen, die unsere JuristInnen einerseits kindgerecht beantworten und andererseits gegenüber dem Unverständnis bei manch Erwachsenem oder sogar bei Behörden verteidigen (müssen). Dabei handelt es sich bei den meisten Fällen um fundamentale Rechte des Kindes. Und häufig um – auch unwissentliche – Versäumnisse von Erwachsenen.

Das größte Problem sei die Gewalt auf der Straße, berichtet ein 16-jähriger Junge, um den sich die KollegInnen derzeit kümmern, bei einer der gemeinsamen Diskussionsrunden. Für die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen verzichten wir auf die Nennung von Namen. Sogar die Polizei schlage die Straßenkinder, sagt er. Er selbst wüsste von mindestens sechs Kindern, die so schon zu Tode gekommen seien. „Und irgendwelche Erwachsene stehlen uns das bisschen Geld, das wir uns verdienen“, ruft ein anderer Junge dazwischen. Sie haben Diskussionsbedarf.

Zwei 14-Jährige geben an, sie wollten unbedingt einen Ausweis bekommen. Denn wenn sie den nicht vorzeigen könnten, würden sie häufig(er) von der Polizei verhaftet, weil ihre Überprüfung so schwierig sei. Und einen Job würden sie auch nicht bekommen, weil die „Chefs“ immer Papiere sehen wollten. Ein weiterer wichtiger Aspekt für die offizielle Registrierung: wer gemeldet ist, profitiert von kostenloser medizinischer Behandlung bis zum Alter von fünf Jahren. Eine Maßnahme der burundischen Regierung, um Medizin für jeden zugänglich zu machen.

Von der Straße weg wollen die Kinder fast ausnahmslos alle. Allein der Gedanke an ein Bett und ruhigen Schlaf fernab der Straße treibt so manchem von ihnen die Tränen in die Augen. - Wenn auch Sie unsere Arbeit mit Straßenkindern unterstützen wollen, freuen wir uns über eine Spende. Ob einmalig oder als Fördermitglied, Ihre Unterstützung ist ein Hoffnungsschimmer für Straßenkinder in Burundi.