burundikids e.V.
„Skydive Benefiz“: Engagement in schwindelnden Höhen

„Skydive Benefiz“: Engagement in schwindelnden Höhen

Sabine Höroldt ist ein „burundikid“ der ersten Stunde. Seit ihrem Besuch in den Heimen der Fondation Stamm 2004 engagiert sie sich für die Kinder in Burundi; mit so manch extravaganter Idee:

„Es war ein lauer, spätsommerlicher Abend im Herbst 2011, als ein am Sprungplatz für seine wild-abstrusen Ideen bekannter Tandemmaster mir vorschlug, ein „Benefiz Tandem-Event“ zu schmeißen. Schmunzelnd winkte ich ab! Was für eine Arbeit, was für eine Organisation, welch Verantwortung..!
Aber im Grunde suchte ich tatsächlich nach einer guten Idee für einen Benefiz Event, um Geld für die „burundikids“ zu sammeln.

Wieso eigentlich Burundi?
Burundi ist Partnerland Baden Württembergs, was leider oft vergessen wird. Zugleich ist Burundi, laut Welthunger-Index zur Lage der letzten 25 Jahre, das ärmste Land der Welt. 42,6 % der Bevölkerung hungern. Im Rahmen meines Fotografie Studiums verschlug es mich während meines Praxissemesters nach Burundi. Ich fotografierte den Transport von Hilfsgütern für eine große Hilfsorganisation und bekam durch das Zusammensein mit all den Waisen- und Straßenkindern zunehmend Einblick in das Land und seine Geschichte. Ich verbrachte mit den Kindern mehr Zeit als ich musste und bezog ein Zimmer im Waisenkinderheim. Anfangs spielte ich mit den Kindern, bemalte mit ihnen das Haus, schließlich renovierten wir es und irgendwann steckte ich mitten in den Seelenqualen einer gesamten Nachkriegsgeneration.

Das alles liegt schon einige Jahre zurück, doch das Erlebte lässt mich nicht los, das vergisst man nicht einfach so. Seitdem bin ich immer wieder vor Ort und der Kontakt zu dem eingetragenen Verein burundikids ist noch immer sehr lebendig, da auch die Ziele des Vereins gut gesteckt sind und ich weiß, dass keine Unsummen in bürokratischen Mühlen hängen bleiben.

Einige Tage später stand mein Entschluss fest: Ich sprach mit Jule Gerstner und Paul Lehner von Skydive Saulgau und wir beschlossen, es zu wagen!

Skydive Saulgau Tandemsprung

Zusammen planten, dachten, verzweifelten, schrieben, telefonierten, bibberten und freuten wir uns über jede fixe Anmeldung zum Tandemspringen für den 19. Mai! Die „Schwäbische Zeitung“ berichtete ganz groß, das „Wochenblatt“ aus Reutlingen und andere Blätter halfen mit, „Skydive Benefiz“ zu bewerben. Auf Facebook nervte ich die Leute, bis sie „ja“ sagten und alle um mich herum wurden genötigt, auch allen ihren Freunden von dem Event zu erzählen.

Und als es dann an besagtem Samstag endlich soweit war, konnten wir es selbst kaum glauben: wir schafften mit der pfeilschnellen SuperVan 900 lockere 24 Loads und 97 Tandems – an einem Tag (trotz 1,5 Stunden Mittagspause!!!) Jule schmiss das Manifest, als hätte sie zehn Hände, 20 Ohren und zehn Köpfe; Paule flog die Super-Fina ein ums andere Mal auf 4000m Höhe und scharrte noch mit den Hufen – ob das schon alles wäre?!

Und unglaublicher Weise hatten wir sogar mit dem Wetter enormes Glück – laut Pilot hätte ein Gewitter nur zwei Kilometer näher kommen müssen und wir hätten eine mehrstündige Zwangspause einlegen müssen. Das hätten wir uns aber bei diesem Pensum einfach nicht erlauben können. Petrus schien das zu verstehen und verschonte uns!

Die Zuschauer, Gäste, Freunde und Familien sprangen auf der Hüpfburg herum, lachten sich beim Bull-Ride kaputt und holten sich sogar reihenweise einen Sonnenbrand.

Skydive Saulgau Tandemsprung

Inmitten dieses bunten Treibens hielt ich für einen Moment den Atem an und sah mich um: über hundert Helfer wuselten um mich herum, Listen wurden abgehakt, Tandempassagiere liebevoll und unterhaltsam eingewiesen. Schweißtreibend wurden Schirme gepackt; alle, die konnten, dienten als „Flugzeugauffüller“. Videos wurden geschnitten, Loadlisten geschrieben, Paxe fotografiert – und trotz des ganzen Trubels lag eine angenehme, entspannte Atmosphäre über dem Geschehen. Überall lächelnde, aufgeregte Gesichter, der „Zauber“ des Adrenalins bei so manchem Tandempassagier, und bei allen Helfern das leuchtende Ziel in den Augen: das Maximale aus diesem Event rauszuholen! Und alle verzichteten komplett auf ihr Honorar.

Skydive Saulgau für burundikids

Das war einer der schönsten Momente des ganzen Tages – denn was hier passierte, zeigte mir das Gute im Menschen von seiner schönsten Seite! Dafür möchte ich mich noch mal bei allen ganz herzlich bedanken!

Am Abend brannte das Feuer so hoch wie schon lange nicht mehr, die Tandempassagiere schäumten noch immer fast über vor Glück, die Packer entspannten ihre geschundenen Körper an Jürgens Bar, die Tandemmaster ärgerten sich, dass wir die 100 nicht geknackt hatten und der DJ gab alles - und so tanzten wir bis spät in die Früh um das Lagerfeuer...

Vor Steuer erreichten wir eine Summe von ca. 16.000 Euro!

Ich hoffe, ihr alle habt noch lange nicht genug von solchen Tagen und Events! Ach ja – 97 Sprünge – war das schon alles?!”

Die burundikids danken Sabine, sowie allen Beteiligten, die dazu beigetragen haben, die Veranstaltung einen Erfolg werden zu lassen – für die Kinder in den Heimen in Burundi.