burundikids e.V.

Jahresbericht 2008 burundikids e.V. – Zukunft für Kinder in Afrika

Im Vergleich zum Vorjahr ist eine deutliche Steigerung der Spenden von burundikids e.V. festzustellen. Insgesamt konnten fast 270.000 Euro verbucht werden! Detaillierte Informationen zu den einzelnen Spendeneinnahmen und Projektausgaben sind der Tabelle im Anhang zu entnehmen.

Neben den bekannten strukturellen, soziokulturellen und -politischen Problemen, die das Land bewältigen muss, sind in 2008 noch weitere hinzugekommen. So stiegen die Lebensmittelpreise teilweise um 50 bis 150 Prozent. Auch für Baumaterialien und andere Güter des Alltags mussten höhere Kosten veranschlagt werden. Zum Glück konnte ein separater Spendenaufruf in Deutschland die „Lebensmittelkrise“ und ihre Auswirkungen auf die einzelnen Projekte abfedern – der Unterhalt für alle Heime konnte gesichert werden. Und trotz der Abwertung des Euros gegenüber anderen Währungen ist es uns gelungen, mit den Erlösen aus den Spendergeldern die Arbeit an den diversen Projekten fortzusetzen und zu erweitern.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

 

Ausbildungszentrum „Fikentscher“ in Gitega

Der Neubau des AZG mit seinen drei zusammenhängenden Gebäudeblöcken ist nun fertig gestellt. Ermöglicht wurde der Bau durch die Wolfgang R. Fikentscher Kindehilfestiftung mit Sitz in München.

Ziel ist es, das Ausbildungszentrum als ordentliche Berufsschule mit Abschluss A2-Diplom einzuschreiben. Dies wird erstmalig zum September 2009 möglich werden. Schon jetzt können kurze, mehrmonatige Ausbildungsgänge mit Zertifikatsabschluss angeboten werden.

Eine Erstausstattung für die Lehrberufe (für Mädchen und Jungen) zum Elektriker, Schreiner, Schneider und Koch ist bereits angeschafft – der Schulbetrieb startet am 01.Februar 2009!

 

Schule EPCM

Beginn des zweiten Bauabschnittes im Obergeschoss des Schul- und Ausbildungszentrums EPCM. Hier sollen weitere Klassenräume sowie die Erweiterung der medizinischen Station realisiert werden. Auch in diesem Jahr konnte die Sicherung des Betriebs der Primar- und Sekundarstufen der EPCM geleistet werden. Die Schülerzahl ist von 350 auf 750 Kinder und Jugendliche gestiegen. Nach Fertigstellung des Baus, vollständiger Ausschöpfung der Kapazitäten und abgeschlossener Aufstockung der Klassen werden hier dann 1.000 Kinder unterrichtet werden können.

burundikids e.V. finanziert weiterhin die Lehrergehälter und kommt auch für die notwendigen Schulmaterialien sowie die laufenden Kosten auf. Angeschlossen an die Schule sind zudem eine Werkstatt, in der das Schreinern (z.B. die Herstellung von Rattan-Möbeln) gelernt werden kann, und eine Nähstube, in der etwa die Schuluniformen angefertigt werden.

Da immer noch viele Kinder hungrig zur Schule kommen, hat burundikids e.V. 2008 mit dem Projekt der Schulspeisung begonnen. Dies soll in Zukunft ausgeweitet werden.

Zusätzlich half burundikids e.V. beim Aufbau von Kleinprojekten der Schule zur Selbstfinanzierung.

 

Straßenkinder

Das Straßenkinderheim „Centre Birashoboka“ wurde von burundikids e.V. zu ca. 60 Prozent finanziert. Im Laufe einer Umstrukturierung wird es 2009 voll in den finanziellen Zuständigkeitsbereich von burundikids e.V. übergehen. Dort leben derzeit 130 Jungen. Zum Leben im Heim gehört auch das separat zu sehende Projekt „Re-Integration“ der Straßenkinder.

 

Waisenkinder

Das Waisenheim „Centre Uranderera“ wurde von burundikids e.V. ebenfalls zu ca. 60 Prozent finanziert. Darüber hinaus konnten Sachspenden in Form von Kleidung, Schulmaterialien, Medikamenten und Spielzeug geleistet werden.

 

Mutter-Kind-Heim

Das Mutter-Kind-Heim wurde auch in diesem Jahr von burundikids e.V. voll finanziert. Neben der Unterstützung des Heims hilft unser Verein mit Kleidung, Schul- und Arbeitsmaterial, Medizin und Spielzeug.

Das Heim ist vom Stadtteil Kamenge in das Viertel Kinama umgezogen. Grund war die spontane Mieterhöhung der Vermieterin um 50 Prozent. Alle Bewohnerinnen des Heims konnten mit ihren Kindern in die neue Einrichtung umziehen. Zwar ist dort kein Platz mehr für einen integrierten Kindergarten, da aber die Gesamtmiete des jetzigen Heims unter der vorherigen liegt, ist es uns möglich, den Kindergarten ausgelagert zu betreiben:

So entstand im Armenviertel Buterere neu die Tagesstätte „Duhinduke“. Dort betrieben wird ein Kindergarten (vor- und nachmittags), eine Tagesstätte für Straßenmädchen mit Re-Integrationsprogramm und ein Büro für die Vergabe von Mikrokrediten. Intensiv kann mit den anwohnenden Familien gearbeitet werden. Plan ist, in 2009 ein Familien-Patenschaftsprogramm zu initiieren und auch Partnerschaften – bspw. zu deutschen Kindergärten – aufzubauen. Eine erste Partnerschaft mit dem Kinderhaus „Auf dem Bühl“ in Lörrach-Brombach, Baden-Württemberg, ist besiegelt und soll in 2009 weiter ausgebaut werden.

 

Freiwilligenentsendung

Die Freiwilligen wechseln im August/September mit einer Überschneidung von zwei Wochen zur Einlernung und Eingewöhnungsphase. Dieses Jahr sind die ersten Freiwilligen über das „weltwärts“-Programm der Bundesregierung im Einsatz. Es sind drei Mädchen und ein Junge. Nach dieser Generation von Freiwilligen wird es jedoch vorerst keine weiteren Entsendungen geben – auf Anraten der Deutschen Botschaft in Bujumbura mit Hinweis auf die schwer einzuschätzende Sicherheitslage vor den Wahlen in Burundi 2010.

 

Dank

Die Zahl der ehrenamtlich Engagierten und Fördermitglieder wächst kontinuierlich. Die Projekte machen Fortschritte. Für das kommende Jahr stehen wieder viele Aufgaben an – die nur mit Unterstützung von Ihnen, den großzügigen und hilfsbereiten Spender von burundikids e.V., bewältigt werden können.
Danke für Ihr Vertrauen.