burundikids e.V.

Jahresbericht 2009 burundikids e.V. – Zukunft für Kinder in Afrika

Die burundikids konnten in 2009 knapp 220.000 Euro Spenden einnehmen. Das bedeutet, dass die privaten Spenden und Fördermitgliederzahlen zum Vorjahr weiter gestiegen sind. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Spendeneinnahmen und Projektausgaben führen wir in der Tabelle im Anhang auf – denn Transparenz ist Teil unserer Arbeit.

Die Weltwirtschafts- und Finanzkrise hatte natürlich auch Folgen für die soziale Arbeit – sowohl vor Ort, als auch in Deutschland. In Burundi waren weitere Preissteigerungen v.a. bei Lebensmitteln und Baumaterialien zu verzeichnen. Die Erhöhung der Preise trieb viele Familien noch weiter in den Teufelskreis der Armut. Viele Menschen in Deutschland zögerten aufgrund von Unsicherheit vor künftigen Entwicklungen, Spenden wurden mit mehr Vorsicht bedacht denn je. Dennoch konnten die Projekte und Einrichtungen der burundikids wieder vollständig finanziert werden. Besonders erfreulich ist, dass sich weitere Partner der Unterstützung der Fondation Stamm vor Ort angeschlossen haben.

Die Projekte im Einzelnen:

 

Ausbildungszentrum „Fikentscher“ (AZG, Gitega)

Wie geplant, konnte der Schulbetrieb im Ausbildungszentrum in der Landesmitte im Februar beginnen. In den Räumen werden Schneiderei, Elektrizität, Schreinerei, Kunsthandwerk und Kochen/Service gelehrt. Kooperationen mit anderen Institutionen wurden eingegangen. So schickte bspw. das SOS-Kinderdorf in Gitega einige seiner Jugendlichen zu uns in die Ausbildungsstätte – und bestellte bei unseren Schneiderlehrlingen Schuluniformen.

Im August reiste das Stifterehepaar Fikentscher nach Burundi, um gemeinsam mit dem deutschen Botschafter und Verena Stamm der offiziellen Einweihung des Ausbildungszentrums beizuwohnen. Hierbei wurden die ersten 70 Auszubildenden verabschiedet und ihnen ihre Zeugnisse überreicht.

Die Aktivitäten der Berufsschule sollen weiter ausgebaut werden. So soll die Ausbildung zum Klempner hinzu kommen, sowie das Schnitzerhandwerk. Aufgrund des Problems der Wasserversorgung in Gitega sollen auch Regenauffanganlagen installiert werden, deren Konzept in die Klempnerausbildung mit einfließen.

 

Schule „Ecole Polyvalente Carolus Magnus“ (EPCM, Bujumbura)

Der Betrieb der EPCM (Kindergarten, Primar- und Sekundarstufe) konnte sichergestellt und sogar ausgeweitet werden. Rund 750 Schüler besuchen dort den Unterricht. Neue Klassen kamen hinzu. Dies wurde u.a. auch möglich durch den Weiterbau der Schule durch die Partner-Stiftung Hauk aus Baden-Württemberg. Neue Klassenzimmer entstanden im Obergeschoss des zweiten Bauabschnitts, die nun für die Oberstufe genutzt werden. Außerdem entstand neben dem ersten Gebäude ein neuer Platz für zwei Kindergartenklassen. Der zweite Bauabschnitt soll noch weiter ausgebaut werden, um weitere Klassenzimmer zu gewinnen.

Mit dem neuen Partner burundikids schweiz wurde im Oktober der Bau einer kleinen Klinik begonnen. Diese soll die Möglichkeiten der bereits existierenden Medizinstation erweitern.

Nahe der Schule hat die Fondation Stamm ein Grundstück zum Anbau von Gemüse erworben. Die Ernten werden genutzt, um einigen Klassen, die sich in wichtigen Prüfungsjahren befinden, eine Schulspeisung zu ermöglichen.

burundikids e.V. finanziert weiterhin die Gehälter des Lehrpersonals, der Kindergärtnerinnen, sowie des Gesamtschul- und des Grundschuldirektors. Außerdem werden die laufenden Kosten gedeckt und Gehälter für Ausbilder, bspw. im Schneidern, Schreinern und der Herstellung von Rattanmöbeln, bezahlt.

Zusätzlich hilft burundikids e.V. beim Aufbau von Kleinprojekten der Schule, die zu einer teilweisen Selbstfinanzierung führen können.

 

Straßenkinder „Centre Birashoboka“ (Bujumbura)

Im Straßenkinderheim wohnen etwa 120 Jungen. In 2009 wurde intensiver an der Reintegration der Jungen in ein soziales Umfeld oder die eigene Selbständigkeit gearbeitet. Viele der Jugendlichen wurden erfolgreich in ein eigenes Leben geführt, bspw. als Transporteur, Fahrradtaxifahrer, mit einem kleinen Restaurant oder Friseursalon.

burundikids e.V. finanzierte das Straßenkinderheim vollständig – mit laufenden Kosten, Ernährung und täglicher Bedarf der Kinder, Schulgeld und Reintegration von Jugendlichen.

 

Waisenkinder „Centre Uranderera“ (Bujumbura)

Das Waisenheim „Uranderera“ wurde in der zweiten Jahreshälfte von burundikids finanziell mit unterstützt. Hinzu kamen viele Sachspenden in Form von Kleidung, Medikamente und Spielzeug.

Aufgrund von Mieterhöhungen musste das Heim in ein anderes Viertel der Hauptstadt umziehen. Etwa 40 Kinder leben dort, hauptsächlich Kleinkinder. Auch betreut wurden zwei behinderte Kinder, die täglich in eine Behindertenschule gehen.

Ab 2010 wird burundikids e.V. das Waisenheim vollständig finanzieren.

 

Rose

Rose, ein Mädchen aus dem Waisenheim, wurde im April zur medizinischen Behandlung nach Deutschland gebracht. In Kooperation mit der Universitätsklinik Freiburg, „Ein Herz für Kinder“ und dem befreundeten Pfarrer Ludwig Kamm aus Tönisvorst (Nordrhein-Westfalen), sowie medialer Unterstützung konnten genügend Spenden gesammelt werden, um Rose die lebensrettenden Maßnahmen zu ermöglich. Rose ist an einer „aplastischen Anämie“ erkrankt, die bei Nichtbehandlung zum Tode führt. Im Dezember kehrte Rose zurück nach Burundi. Im April 2010 soll sie zur weiteren Behandlung nochmals nach Deutschland kommen. Ihr Zustand bessert sich.

Weitere Infos hier und auch auf www.rose-soll-leben.de.

 

Mutter-Kind-Heim „Centre Nyubahiriza“ (Bujumbura)

burundikids e.V. finanzierte das Mütterheim im Viertel Kinama mit 25 Mädchen und ihren Kindern vollständig und unterstützte mit Sachspenden. Wie bei den Straßenkindern wurde auch hier verstärkt an der Reintegration der alleinerziehenden Mädchen gearbeitet. Eine der jungen Frauen schaffte das Abitur, wonach sie ebenfalls erfolgreich neuintegriert wurde.

In der Vorweihnachtszeit stellten die Frauen unter Anleitung wieder Weihnachtsengel aus Stoff für den Verkauf in Deutschland her. Ganzjährig werden Decken, Puppen und andere Textilien hergestellt. Die Produktion soll weiter ausgebaut werden.

 

Kindertagesstätte mit Mikrokreditprojekt „Centre Duhinduke“ (Bujumbura)

Die Kindertagesstätte mit Mikrokreditprojekt in Buterere wurde vollständig finanziert. Der Kindergarten ist weiterhin vollständig ausgebucht. Die Frauen zahlten ihre Mikrokredite zuverlässig zurück.

Der Partner des Projekts, das Kinderhaus „Auf dem Bühl“ in Lörrach-Brombach (Baden-Württemberg), macht ganzjährig bei Aktionen auf die Patenschaft aufmerksam und sammelt Spenden.

 

Freiwilligenentsendung

Die erste Generation von Freiwilligen, die über das entwicklungspolitische „weltwärts“-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung von burundikids entsandt wurden, leistete ihren einjährigen Dienst in den Projekten. Die vier Volontäre beendeten ihren Einsatz Ende August. Unser zweijähriger „weltwärts“-Freiwilliger Philipp wird seinen Dienst im Februar 2010 beenden.

Ehemalige Freiwillige kamen in ihren Semesterferien zurück, um erneut vor Ort in den Projekten mitzuarbeiten.

Vorerst darf auf Anraten der Botschaft – trotz vieler Anfragen – kein weiterer Freiwilliger nach Burundi entsandt werden aufgrund der Präsidentschaftswahlen in 2010. Bis auf weitere Prüfungen der Sicherheitslage nach den Wahlen ist das „weltwärts“-Programm für Burundi außer Kraft gesetzt.

 

Arbeitsgruppen (Karlsruhe und Köln), Schulen (bundesweit)

Die Arbeitsgruppen in Köln und Karlsruhe, sowie die Partnerschulen im Bundesgebiet machten ganzjährig bei Aktionen und Veranstaltungen auf die Projekte in Burundi aufmerksam. Es wurden Spendenläufe organisiert, Briefpartnerschaften gepflegt, Patenschaften übernommen, Vorträge in den Schulen gehalten und Themenabende organisiert. Insgesamt konnte die öffentlichkeitswirksame Arbeit der Unterstützer weiter ausgebaut werden. Die Arbeitsgruppen schickten zahlreiche Pakete mit Sachspenden und benötigten Medikamenten. Außerdem wurde ein Container mit Hilfsgütern beladen und auf den Weg nach Burundi gebracht.

 

Medien

Über burundikids e.V. wurde in Print, Hörfunk, TV und online berichtet. Im März war auch ein Kamerateam aus Österreich vor Ort, das an einer Dokumentation arbeitet. Freiwilliger Philipp berichtet ganzjährig auf seinem Blog (www.pziser.wordpress.com) über das Alltagsgeschehen in Burundi.

 

Dank

Neue Fördermitglieder schlossen sich dem Verein an und die Zahl der ehrenamtlichen Helfer stieg weiterhin. Wichtige neue Unterstützer, Spender, Mitdenker und -helfer, die die Projekte in Burundi ermöglichen. Für 2010 stehen neue Aufgaben bevor – helfen Sie mit. Wir bedanken uns für Ihr Vertrauen!