burundikids e.V.

Jahresbericht 2012 burundikids e.V. – Zukunft für Kinder in Afrika

Das Spendenaufkommen der burundikids in 2012 belief sich auf insgesamt 288.416 Euro. Davon kamen 44.870 Euro von unseren Fördermitgliedern, 183.203 Euro als einmalige Zuwendungen und 60.344 Euro waren projektbezogene Spenden. Ein detaillierter Finanzbericht zu allen geförderten Projekten, Einnahmen und Ausgaben ist der beigefügten Tabelle zu entnehmen. Denn Transparenz wird bei den burundikids großgeschrieben!

Die Preissteigerungen auf alle denkbaren Produkte in Burundi setzten sich fort. Dementsprechend wurden die laufenden Kosten u.a. für Nahrungsmittel für die Kinderheime aufgestockt.

2012 konnte burundikids mit dem Partner Fondation Stamm folgende Projekte umsetzen und fortführen:

Ausbildungszentrum „Fikentscher“ (AZG, Gitega)

In 2012 wurden die Ausbildungen in Elektrizität, Schreinerei, Schneiderei, Schweißerei und in Lederverarbeitung fortgeführt. Hinzu kam außerdem das Bäckerhandwerk. Mit allen Ausbildungen hat das Ausbildungszentrum auf die Nachfrage der Bevölkerung, vielmehr der Jugendlichen, erfolgreich reagiert.

Als neue Ausbildung wurde außerdem Informatik – im einfachsten Sinne – angeboten. Der Partner vor Ort, Fondation Stamm, engagierte einen Freiwilligen mit den notwendigen professionellen Kenntnissen und eröffnete einen Computerkurs für Jugendliche, der auch sofort großen Anklang fand. Im April wurden jedoch sieben Laptops, die als Spende aus Deutschland und der Schweiz nach Gitega geliefert worden waren, aus den Unterrichtsräumen gestohlen. Die Computer wurden noch nicht wieder aufgefunden, die Nachforschungen und Ermittlungen der Polizei sind jedoch noch nicht abgeschlossen. Das zu dem Zeitpunkt verantwortliche Personal musste auf unbestimmte Zeit suspendiert werden. Seitdem wird der Schulbetrieb durch ein neues Team sichergestellt, die juristische Assistentin der Fondation Stamm verfolgt weiterhin den Fall.

In einem Container unseres Partners Human Help Network e.V. konnten zwischenzeitlich 50 neue Computer nach Burundi versandt werden. Die PCs sind eine Spende der Landesberufsschulen Steiermark und wurden, neben allem möglichen Zubehör, von zwei IT-Experten für die burundikids arrangiert. Außerdem sponserte Microsoft die offiziellen Lizenzen für „Windows“ und „Office“, für die Ausbildung von Jugendlichen am Computer in Burundi. Partnerschulen der burundikids steuerten außerdem Flachbildschirme zu der Lieferung bei, um das Equipment zu vervollständigen. Der größte Teil der Computer ist zwischenzeitlich im Ausbildungszentrum in Gitega im Einsatz.

In 2012 gab es im AZG eine Kooperation mit Handicap International zur beruflichen Ausbildung von Behinderten, die auch im folgenden Jahr fortbestehen soll. Hierfür wurde auch die Ausbildung „Sekretariat“ kurzfristig hinzugefügt. Außer den Behinderten absolvierten 50 Jugendliche erfolgreich ihre Ausbildung am AZG.

 

Schule „Ecole Polyvalente Carolus Magnus“ (EPCM, Bujumbura)

Knapp 900 Mädchen und Jungen besuchten 2012 die EPCM. Die Schüler kommen nach wie vor aus unterschiedlichen Regionen, aus unterschiedlichen sozialen Schichten und gehören unterschiedlichen Ethnien an – ein Aspekt, der dahingehend wichtig ist, als dass die Kinder, trotz dieser Unterschiede, gemeinsam aufwachsen, zur Schule gehen und Freundschaften schließen.

Die EPCM wird im partnerschaftlichen Verbund geführt mit Human Help Network (technischer Bereich) und bietet Klassen vom Kindergarten über die Grundschule, das College (Abschluss Mittlere Reife nach der 10. Klasse) und die Oberstufe in folgenden Ausbildungswegen: PTA (pharmazeutisch-technischer Assistent), Krankenpfleger, Laborassistent, und Hotelfach-Tourismus (alle Abschluss Diplom A2, entspricht Fachabitur). Die EPCM reagiert mit den genannten Ausbildungen auf konkrete Bedarfe des burundischen Arbeitsmarkts und der burundischen Wirtschaft.

Schreiner Emmanuel wurde zu seiner zweiten Fortbildung nach Mönchengladbach eingeladen, arrangiert vom Partner der Waldorfschule Mönchengladbach. In vier Wochen Praktikum in einer Schreinerei und an der Schule verschärfte er seine Kenntnisse, die er nach seiner Rückkehr in der kleinen Schreinerei der EPCM in die Praxis umsetzte und auch selbst wieder Schreinerlehrlinge ausbildete, u.a. in einer Partnerschaft mit Handicap International. Die Schreinerei hat außerdem Verstärkung bekommen durch Mitarbeiter Gervais, um den steigenden Anfragen nach Möbeln gerecht werden zu können. In den kommenden Monaten soll ein erster Katalog der EPCM-Schreinerei entwickelt werden und erscheinen.

Die halbstaatliche Telekommunikationsgesellschaft ONATEL sponsert weiterhin die Internetverbindung für die EPCM, was die Nutzung des Computerraums steigert und die Vorbereitung der Kurse durch die Lehrer erheblich erleichtert.

Mitarbeiter der Fondation Stamm haben, gemeinsam mit Lehrern der EPCM, einem freiwilligen Grafiker und Journalist Philipp eine Schülerredaktion an der Schule gegründet. Im April ist die erste Ausgabe der Schülerzeitung „Jeunesse-Echo“ mit einer Auflage von 1.000 Stück in Burundi erschienen. Die Zeitschrift wurde in Bujumbura öffentlich und kostenlos verteilt. Digital ist die „Jeunesse-Echo“ hier einsehbar. Eine zweite Ausgabe ist bereits fertig; sobald die notwendigen Druckkosten aufgebracht werden, geht sie in Druck.

Grundschuldirektor Désiré managt weiterhin die Partnerschaft zwischen der EPCM und der Belgischen Schule Bujumbura, die beste schulische Adresse in Burundi. Im Rahmen der Kooperation finden gegenseitige Besuche der Lehrer in den jeweiligen Unterrichtsstunden statt, die professionellen ausländischen Lehrer bilden die einheimischen Kollegen in Pädagogik fort, um das Lehrniveau an der EPCM weiter zu professionalisieren. Das schlug sich bereits nieder in den auf nationaler Ebene zu absolvierenden Tests der 6. und 10. Klassen, bei denen die EPCM-Schüler ihre Ergebnisse zum Vorjahr deutlich verbessern und ihre Schule auf der nationalen Rangliste unter den obersten Rängen platzieren konnten.

Der zweite Bauabschnitt konnte in 2012 vollständig abgeschlossen werden, hinzu kamen weitere Klassenzimmer, Elektroinstallationen u.a. für Internetanschluss und ein Demonstrationszimmer für die Krankenpflegeschüler mit Patientenbett, Anatomiemodell, etc. Nach wie vor werden Sponsoren gesucht für den Bau des dritten Gebäudeabschnitts und damit Abschluss der Baumaßnahmen an der EPCM. Benötigt werden weitere Klassenzimmer, eine größere Bibliothek, ein ordentlicher Computerraum, sowie eine Schulkantine.

 

Klinik „Centre Médical Hippocrate“ (CMH, Bujumbura)

Das CMH, das in Kooperation mit burundikids schweiz geführt wird, hat einen 24-Stunden-Service, professionelles Personal ist für den Service am Tag und in der Nacht angestellt. Die Patientenzimmer sind zwischenzeitlich regelmäßig und gut gefüllt, das Krankenhaus ist in der Bevölkerung gut angenommen worden.

Der Gynäkologe Dr. Antelmann war mit seiner Frau und Arzthelferin erneut in Burundi, um am CMH mitzuwirken. Ziel war die vollständige, professionelle und auf hohen Standards beruhende Ausstattung des Operationssaals, gemeinsam mit CMH-Chefärztin Dr. Espérance, sowie einem auf freiwilliger Basis mithelfenden Chirurgen. Nach erfolgreicher Ausstattung wurden auch die ersten kleineren Eingriffe unter Aufsicht des deutschen Gynäkologen vorgenommen.

Baulich wurde das CMH mit Unterstützung des BMZ (Deutsches Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und Mitteln der burundikids durch eine gynäkologische Abteilung erweitert. Die Gynäkologie mit eigenem Kreißsaal, Patienten- und Behandlungszimmern ging nach Bauabschluss in Betrieb und wurde sofort von der Bevölkerung in Anspruch genommen. Mit dem gynäkologischen Service haben die burundikids auf eine hohe Nachfrage der lokalen Bevölkerung reagiert. Viele Frauen bringen in dieser Region ihre Kinder nach wie vor zu Hause auf dem nackten Lehmboden zur Welt. Mütter- und Kindersterblichkeitsrate sind in Burundi sehr hoch; die gynäkologische Abteilung geht einher mit sensibilisierenden Kampagnen, durchgeführt vom Personal des CMH (Krankenschwestern, Ärztinnen, etc.). Außerdem wird die Ambulanz des CMH rege für Krankentransporte genutzt – als einzige in dieser Region.

Das Ehepaar Antelmann hat außerdem in Kooperation mit dem burundikids-Büro Köln einen Hilfscontainer erworben, der im Raum Dresden beladen wird. Auslöser für die Idee für den Hilfstransport war ein Angebot einer großen Klinik, große Mengen an medizinischem Gerät, Verbrauchsmaterial und Krankenhausbetten zu schenken. Der Container soll 2013 nach Burundi verschifft werden.

 

Straßenkinder „Centre Birashoboka“ (Bujumbura)

Das Straßenkinderheim wurde vollständig umstrukturiert und ist umgezogen. Um die inhaltliche Arbeit mit den Jungen zu intensivieren, zu verbessern und effektiver zu gestalten, wurde das Heim auf zwei Häuser aufgeteilt: „Birashoboka I“ und „Birashoboka II“, mit jeweils mehreren Betreuern. Die beiden Zentren befinden sich im Viertel Kajaga, nördlich der Hauptstadt Bujumbura und in der Nähe der Schule EPCM. Alle schulpflichtigen Jungen - bis auf drei Ausnahmen - der beiden Heime besuchen die unterschiedlichen Klassenstufen der EPCM, einer hat 2012 sogar bereits seinen Abschluss (PTA, Fachabitur) absolviert.

Ein weiteres Häuschen wurde angemietet im Viertel Kanyosha, in Bujumburas Süden. In diesem betreuten Wohnen leben zehn ältere Jungen, die zwar regelmäßig betreut werden, ansonsten ihren Alltag jedoch selbständig regeln müssen. Einer der Jungen, Janvier, hat seine Ausbildung als Automechaniker abgeschlossen und soll an eine Werkstatt vermittelt werden. Ein anderer, ehemaliger Bewohner des Heims und heute Angestellter der Fondation Stamm, hat sich bereit erklärt, selbst ein paar der Jungen bei sich aufzunehmen und gegen einen kleinen Beitrag zu ihrer Betreuung beizutragen.

Einige andere Jungen aus dem Heim wurden erfolgreich reintegriert. Sie gehen bspw. einem gutgehenden Frisörsalon nach, wofür die Ausstattung für die Jungen angeschafft wurde. Seit dieser Anschubfinanzierung läuft das Geschäft von allein. Weitere Jugendliche werden „auf Distanz“ unterstützt. Sie wohnen in ihren Familien, werden jedoch mit Schulgeld und -material, Busgeld, etc. unterstützt, um ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen. Die Einrichtungen „Birashoboka“ werden von burundikids vollständig finanziert, inklusive Betreuer, Pädagogen, Schulgeld, Reintegrationsmaßnahmen, etc. Unterstützung gab es u.a. auch von Psychologen der Universität Konstanz, die teilweise im Heim mitarbeiteten und sich mit den Jugendlichen beschäftigten.

Suzan Yarkin, die Chirurgin aus Köln, die die Schussverletzung im Bein des Jungen Désiré operiert hatte, kam im November zu Besuch, um u.a. auch die weitere Entwicklung Désirés Bein zu untersuchen und ihm eine neue Beinschiene anzupassen.

 

Waisenkinder „Centre Uranderera“ (Bujumbura)

Das Waisenhaus im Viertel Mutakura wurde auch 2012 vollständig von burundikids finanziert. Aus pädagogischen und aus Kostengründen wurde das Heim Ende des Jahres umstrukturiert, der Großteil der Kinder in die Heime im Landesinnern (je nach Herkunftsort der Kinder) verlegt. Die Kinder sollen näher an ihren Heimatgemeinden sein, um die Kontaktaufnahme zu noch bestehenden Familienstrukturen und eine spätere Reintegration zu erleichtern und zu fördern. In erzieherischer Hinsicht wurde für die Entfernung einiger Jugendlicher von der Hauptstadt plädiert, um eventuellen Schwierigkeiten vorzubeugen (Alkoholkonsum, ungewollte Schwangerschaften, etc.). Einige der Jugendlichen blieben jedoch im Heim in Mutakura wohnen, u.a. das behinderte Mädchen Chanelle. Zwischenzeitlich wurde auch in diesem Zentrum eine kurzzeitige Kooperation mit Handicap International eingegangen für die Beherbergung von Behinderten, die in Bujumbura einer Berufsausbildung nachgingen.

 

Mutter-Kind-Heim „Centre Nyubahiriza“ (Bujumbura)

Das Mütterheim im Armenviertel Kinama ist und bleibt eine seltene Einrichtung zum Schutz von Mädchen und jungen Frauen in Burundi. Fast das gesamte Jahr über sind die Zimmer und Betten vollständig belegt. Wird ein Platz frei, bspw. durch die Reintegration einer jungen Mutter, erfolgen i.d.R. sofort mehrere Anfragen seitens hilfsbedürftiger und alleinstehender Mütter. Die Mädchen finden entweder selbst den Weg zu uns oder werden durch unsere Partner vor Ort, wie bspw. das „Centre Seruka“, das sich um die medizinische Betreuung von Vergewaltigungsopfern kümmert, vermittelt.

Mit der juristischen Mitarbeiterin Odile wurde der Service des Heims ausgeweitet. Einige junge, alleinstehende Mütter wurden „auf Distanz“, d.h. mit Mikrokrediten in Form von kleinen Anschubfinanzierungen für Handel, unterstützt. Sie gehen Handarbeiten und Handel nach und können sich um ihre Kinder und sich kümmern, ohne der Armutsprostitution nachgehen zu müssen. Im Heim selbst wurden die Alphabetisierungskurse ergänzt um Kurse in „Entrepreneurship“ und „richtig sparen“. Die Mädchen, die nicht zur Schule gehen, absolvieren eine Ausbildung unter professioneller Aufsicht, bspw. im Schneidern. Die produzierte Ware wird i.d.R. in Deutschland verkauft.

 

Kindertagesstätte „Centre Duhinduke“ (Bujumbura)

Der Kindergarten in Buterere, das wohl ärmste Viertel Bujumburas, hat weiter Bestand und erfreut sich größter Beliebtheit. Zwischenzeitlich musste die Lokalität umziehen, weil der Vermieter sein Haus für sich beanspruchte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Suche nach einem passenden Ort, wurden schließlich neue Räume für den Kindergartenunterricht gefunden. Zwei Erzieherinnen kümmern sich um 150 Kinder, aufgeteilt in Gruppen vor- und nachmittags.

Das Projekt versteht sich als in die lokale Bevölkerung integrierte Institution. Die Eltern der Kinder, die die Tagesstätte besuchen, steuern einen Teil zum Gehalt der Erzieherinnen und zur Miete der Räume bei. Für den Rest und Lieferungen von pädagogischem Material, Spielzeug etc. sorgen die burundikids via der Fondation Stamm.

 

Kinderheim Gitega

Im Heim in Gitega (Viertel Nyabisindu), unweit des Ausbildungszentrums, lebten 2012 27 Jungen im Alter von fünf bis 19 Jahren, allesamt ehemalige Straßenjungen. Jeder der Jungen geht auf eine öffentliche Schule. Sie bekommen regelmäßige Mahlzeiten, medizinische Betreuung und haben einen Schlafplatz. Einer der Jungen kam im September in die Abschlussklasse des Gymnasiums. Er wird 2013 voraussichtlich seinen Abschluss machen; für ihn gilt es, weitere Schritte zu planen, u.U. ein Studium an der Universität. Volontär Hrvoje, der am AZG für den Informatikkurs zuständig ist, betreut mit den einheimischen Kollegen auch das Heim und wirft regelmäßig ein Auge auf die Abläufe dort.

 

Kinderheim Kayanza

Albino zu sein, kann in Burundi den Tod bedeuten. Abergläubische Bräuche, nach denen Körperteile von Albinos zu Gebräuen und Zeremonien benötigt werden und längeres Leben, ertragreichere Ernten und Fischfang versprechen sollen, haben in den vergangenen Jahren Einzug in Burundi gehalten. Mehrere Zehntausend Dollar bringt anscheinend ein Albinokörper.

2012 hat sich burundikids entschlossen, den Partner vor Ort, die Fondation Stamm, beim Kampf für Albinos und den Einsatz für die Menschenrechte zu unterstützen: mit einem Zuhause, Bildung – und Zukunft. Dabei war der Beginn dieses Engagements mehr spontan als geplant: Nach einigen Schreckensmeldungen in den lokalen Medien über Entführungen, Mord und Jagd auf Albinos wurde die Fondation Stamm während eines Projektes in der Region Kayanza (Norden Burundis) auf die prekäre Situation der Albinos aufmerksam. Der Gouverneur dieser Provinz bittet in einem Schreiben, zum Schutz der Albinos beizutragen. Anlass war eine Gruppe von Kindern, die aus Angst vor der Nacht nach der Schule nicht mehr nach Hause zu ihren Hügeln gingen, sondern im Freien vor dem Büro des Politikers schliefen, im Schutz der Polizeiwachen. Um auf diese Notsituation reagieren zu können, entschloss sich die Leiterin der Fondation Stamm, Verena Stamm, im Februar 2011, die Kinder in einem kleinen Häuschen in Kayanza aufzunehmen. Dadurch wurde möglich, dass diese Kinder weiter zur Schule gehen können – und abends ohne die Angst, verschleppt und getötet zu werden, zu schlafen. Seither leben in dem kleinen Heim 14 hilfsbedürftige Kinder, darunter neun Albinos. Die Mütter besuchen ihre Kinder regelmäßig. burundikids sichert die Unterkunft, Verpflegung, medizinische Versorgung und den Schulbesuch – bis sich die Situation bessert und die Kinder in Sicherheit wieder zu ihren Familien zurückkehren können.

 

Arbeitsgruppen (Karlsruhe und Köln), Schulen (bundesweit)

Im gesamten Bundesgebiet engagieren sich Menschen jeder Altersklasse für die burundikids – ob an Schulen, in Vereinen oder als lose Zusammenschlüsse wie die Arbeitsgruppen Karlsruhe und Köln. Die Unterstützung durch diese Initiativen macht einen nicht unwesentlichen Teil des Spendeneinkommens des Vereins und des Bekanntheitsgrads der burundikids aus.

Schüler und Lehrer machen Burundi regelmäßig auf ihren Veranstaltungen und Festen zum Thema oder organisieren sogar außerordentliche Events wie Spendenläufe oder Verkaufsaktionen, deren Erlös den burundikids zugutekommt. Die Arbeitsgruppen in Karlsruhe und Köln nehmen an Veranstaltungen wie Messen, Konzerte, am Weltkindertag, etc. teil, um auf die Projekte vor Ort aufmerksam zu machen. Unterstützt werden sie dabei von unserem Mitarbeiter Philipp, der einmal pro Jahr auf Vortragsreise durch Deutschland tourt. Die Karlsruher Gruppe ist seit diesem Jahr auch offiziell Mitglied des Karlsruher „Netzwerks Eine Welt“, ein Zusammenschluss vieler Hilfsvereine der Fächerstadt zur Bündelung der Aktivitäten und effektiveren Öffentlichkeitsarbeit.

Optikermeisterin Anne Ziser war 2012 bereits zum vierten Mal in Burundi, mit tausenden von gesammelten Brillen und Lesehilfen im Gepäck. Eine Woche lang unterzog sie die Mitarbeiter der Fondation Stamm einem Sehtest und versorgte sie mit den passenden Brillen. Die Jahre zuvor war sie durch die Kinderheime getourt, um die Kinder und Jugendlichen zu versorgen. Dieses Mal sollte das Personal von der kostenlosen Expertise profitieren.

2012 sind einige neue schulische Partner hinzugekommen, die die Projekte der burundikids erstmals unterstützen. Die Details dazu finden sich auf der Unterstützer-Seite der burundikids-Webseite.

 

Eigenes Büro und interne Angelegenheiten

Unser Büro im „Thürmchenswall“ in Köln hat im Laufe des Jahres Form angenommen und wird regelmäßig genutzt für Teamsitzungen der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen sowie zur Bewältigung der notwendigen organisatorischen und verwaltungstechnischen Aufgaben. Erwähnt seien beispielsweise die Bearbeitung des umfangreichen Emailverkehrs, u.a. mit den MitarbeiterInnen in Burundi, Bearbeitung der Spendeneingänge, Erstellen von Spendenbescheinungen, Öffentlichkeitsarbeit und vieles mehr.

Praktikantin Alina Adam, die seit September 2011die burundikids im Büro unterstützte, beendete ihre Mitarbeit im Juli, um ihren Master-Studiengang zu beginnen. Sie ist aber nach wie vor in Kontakt mit dem Verein. Ihre Aufgaben übernahm nahtlos Gabriele Hahn, ehemalige Lehrerin der Hauptschule Kall, an der sie zusammen mit Kollegen früher bereits das dortige Engagement für Burundi initiiert hatte. Ein-, zweimal in der Woche erledigt sie ehrenamtlich anfallende Büro-und Bankgeschäfte, beantwortet Emails und kümmert sich um den direkten Kontakt nach Burundi, u.a. zu Mitarbeiter Philipp. Die Partnerschaft mit Kall, die seit Januar 2006 bis heute Bestand hat, ist übrigens die allererste Schulpartnerschaft der burundikids.

 

Medien

Besondere mediale Aufmerksamkeit bescherten den burundikids in 2012 gleich zwei Prominente: Matthias Opdenhövel und Bettina Böttinger!

Ersterer spendete seinen Gewinn beim „Star Quiz“ in der ARD an die burundikids; Moderatorin Böttinger, seit Gründung des Vereins Patin der burundikids, wagte sich 2012 zum ersten Mal selbst nach Burundi, gemeinsam mit einem Kamerateam und burundikids-Chefin Martina Wziontek. Die Reportage wurde im Dezember im WDR ausgestrahlt, Böttinger spendete außerdem ihr Honorar.

Verena Stamm, Leiterin der Fondation Stamm, war außerdem geladener Gast im „Frühstücksfernsehen“ auf Sat1. Der Kontakt zu Moderatorin Karen Heinrichs war zustande gekommen durch einen Artikel über Médique, einen Albino-Jungen, der in einem Kinderheim der Fondation Stamm lebt. Der Autor des Artikels und Fotograf, Benjamin Schilling, ist ebenfalls regelmäßig in Kontakt mit den burundikids.

Hier finden Sie eine Auswahl der 2012 erschienen Presseartikel und TV-Beiträge.

 

Dank

Engagement lebt von jedem einzelnen. Nur die zahlreichen Jugendlichen und Erwachsenen, Firmenchefs, Lehrer, Schüler, Angestellten, Studenten, Rentner, Apotheker und Ärzte machen erst möglich, was die burundikids in Burundi umsetzen können. Wirkungen sind oft schwer zu messen, doch sind die Erfolge unserer Arbeit vor Ort deutlich sicht- und spürbar, dank unseres Partners auf Augenhöhe: Fondation Stamm!

An alle, jeden einzelnen, möchten wir unser tiefstes Dankeschön aussprechen für den unermüdlichen Einsatz für die Kinder, Jugendlichen und Familien in Burundi in Form von Zeit, Nerven, Fachwissen, Sachspenden und Geld. Gemeinsam schaffen wir Zukunft – bleiben Sie auch 2013 mit uns am Ball!