Burundikids e.V.

„BURUNDI KIDS-Gilde“ der Hermann-Lietz-Schule Haubinda

„Als ich im Sommer 2005 eine Fernsehsendung zu Burundikids e.V. sah, ahnte ich noch nicht, dass mich dieses Projekt der Kölner Architektin Martina Wziontek die kommenden 15 Jahre beschäftigen würde. Ich wusste von dem kleinen Land im Osten Afrikas kaum etwas. Dass ich selbst einmal dort sein würde, ahnte ich erst recht nicht.

Mit meiner damaligen Klasse war ich auf der Suche nach einer Hilfsorganisation, die wir unterstützen könnten. Burundikids e.V. hatte das passende Projekt: Bau einer Schule in Bujumbura. Monatliche Spenden der SchülerInnen meiner Klasse, bei denen sie selbst auf Dinge verzichteten, und Geldspenden von KollegInnen führten zu ersten Erfolgen. 2006 konnten wir Martina Wziontek den ersten Scheck über 3.500 Euro überreichen. Aus den Aktionen einer einzelnen Klasse entstand eine „Gilde“ mit Mitgliedern aller Klassenstufen 7 bis 10, mit immer neuen Ideen und Aktionen, z.B. Verkauf von FairTrade-Kaffee und Schokolade beim Weihnachtsmarkt und Schulfest, Fahrten zu Firmen in der Umgebung und Sammeln von Spenden, Kuchenbasare, Informationsveranstaltungen und monatliche Sammlungen bei LehrerInnen und SchülerInnen. Das Gute daran war, dass wir immer eine enge Verbindung zu den BURUNDI KIDS hatten und sie uns auch in Haubinda besuchten. Auch wir waren mehrfach in Köln zu Benefizveranstaltungen und im Büro des Vereins.

2007 und 2009 war ich in Burundi und konnte sehen, was mit den Spenden entstanden war: eine Schule, die anfangs etwa 380 Kinder beherbergte und heute fast 1.000 einen Schulplatz bietet. Das, was dort geschaffen wurde, ist für viele Kinder und Jugendliche in Burundi ein Glücksfall: ein Bildungsangebot von der Vorschule bis zur Fachoberschule oder Berufsausbildung. Junge Menschen bekommen eine Chance, ihr Leben zu gestalten. Ehemalige Straßenkinder sind manchmal die Besten in ihrer Klasse, können einen Beruf erlernen oder sogar studieren.

Was hat das Engagement in fast 15 Jahre mit uns gemacht? Die Kooperation mit BURUNDI KIDS hat uns für die „Eine Welt“ sensibilisiert und dass wir etwas bewegen können. Es hat auch uns Gildenmitglieder zusammengebracht, wir haben Ideen entwickelt und sind selbstbewusster geworden.

Leider haben wir auf Grund der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht die Möglichkeit, uns alle noch einmal beim Schulfest zu treffen, wie es angedacht war. Im Sommer gehe ich in den Ruhestand. Deshalb sage ich auf diesem Weg allen Beteiligten nochmals herzlichen Dank!

[Text: Gisela Schmidt, Deutsch- und Geschichtslehrerin in Haubinda (Thüringen)]