Burundikids e.V.

Archiv des Jahres 2020

Erster Kurs abschlosse

Zusammen mit der Fondation Stamm hatte BURUNDI KIDS die Lehrwerkstatt Centre professionnel en électromécanique industriel (CPEI) etabliert, die eine Fortbildung in Industriemechanik anbietet. Die erste Gruppe Auszubildender hat ihren Kurs mit einem Zertifikat abgeschlossen.

Zehn junge Frauen und Männer hatten sich an der CPEI eingeschrieben. Darunter waren drei Absolvent*innen der ETO (Ecole Technique Omnis), die technische Berufsschule, die Burundikids e.V. in Gitega, Hauptstadt Burundis, unterstützt. Dort werden Elektromechanik, Telekommunikation und Informatik/Maintenance gelehrt. In der Lehrwerktsatt CPEI konnten sie ihr Wissen weiter vertiefen und sich neue Kompetenzen aneignen, die ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich erhöhen.

Auszeichnung für die Schneiderei

Mit dem Supplier Award Gold 2020 hat die deutsche Firma Cosyspeed unseren lokalen Partner, Fondation Stamm, ausgezeichnet. Die Auszeichnung gilt insbesondere der Schneiderei im Mutter-Kind-Heim und wird für „herausragende Qualität, Design und Service“ vergeben. Cosyspeed-Geschäftsführer Thomas Ludwig schreibt in einer Mail: „Ich möchte mich ganz herzlich bei Euch und Eurem Team bedanken für die tolle Arbeit in den letzten Monaten. Unsere Projekte Lens Pouches und Community Masks wären ohne Euren Einsatz und den Eures Teams nicht möglich gewesen.“ Der Award setze die Fondation Stamm „an die Spitze der Zulieferer“ seiner Firma.

Die Auszeichnung geht in erster Linie an Schneidermeister und Ausbilder Apolinaire Ndorere. Zusammen mit seinem Schneider*innenteam bildet er junge Frauen in dem Handwerk aus, um ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Während der Ausbildung werden Produkte für den burundischen Markt hergestellt – oder auf Bestellung auch Produkte für das Ausland, die dann von Partnern wie Cosyspeed oder auch der Arbeitsgruppe BURUNDI KIDS Karlsruhe vertrieben werden.

Kooperation mit Hochschulen

Die Ecole Polyvalente Carolus Magnus (EPCM) ist eine allgemeinbildende Schule von der Grundschule bis zum Abitur. Schüler*innen können an der EPCM zwischen mehreren Ausbildungswegen und Abschlüssen wählen. Seit 2008 ist die Schule am Tanganyikasee die einzige Einrichtung in Burundi, die die Ausbildung in pharmazeutisch-technischer Assistenz (PTA) anbietet.

Für die vierjährige Ausbildung in Theorie und Praxis ist einerseits qualifiziertes Lehrpersonal notwendig, andererseits ein gut ausgestattetes Labor. Das Labor der EPCM verfügt über zahlreiches Equipment – teilweise besser ausgestattet als so manche Hochschule. Um einer möglichst großen Zielgruppe gerecht zu werden, hat die EPCM Kooperationsverträge mit einigen Universitäten und Hochschulen geschlossen – darunter auch das Institut National de la Santé Publique (INSP). Von dort kommen in regelmäßigen Abständen Studierende, um im Labor praktische Tests durchzuführen und Arbeiten darüber zu verfassen. Während der Sommerferien haben 25 Studierende des Bachelorstudiengangs in Pharmazie das Schullabor genutzt. Mit dabei ist immer unser Kollege Emmanuel Ndayikengurukiye, Leiter des Labors und verantwortlich für Praktika der PTA-Schüler*innen der EPCM.

Für mehr Nachhaltigkeit


Jugendliche, die mit einem Stipendium erfolgreich an der ETEE gelernt haben.

Der größte und wichtigste Sektor in Burundi ist die Landwirtschaft. Schätzungsweise 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung leben vom Ackerbau, der Großteil von Subsistenzwirtschaft. Die Nutzung der Böden geschieht dabei häufig einseitig, was zu Erosion führt. Darüber hinaus ist die Landwirtschaft in Burundi stark vom Klima abhängig, das immer extremer zu werden scheint. Entweder bleibt erhoffter Regen aus, sodass die Böden vertrocknen oder es regnet so stark, dass Felder samt Ernten überschwemmt werden. Die Mangel- und Unterernährung nimmt in Burundi laut Berichten der Vereinten Nationen gravierende Ausmaße an. Der jährlich veröffentlichte „Welthunger-Index“ alarmiert ebenfalls.

Zusammen mit dem lokalen Partner, Fondation Stamm, möchte Burundikids e.V. einen Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit Burundis Ressourcen leisten, gleichzeitig bei der Ernährungssicherung der Bevölkerung unterstützen. Landwirtschaft und Ressourcenschutz gehen dabei Hand in Hand. Zusammen mit dem deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) arbeiten wir deshalb mit Kleinbauern in zwei Regionen Burundis genau zu diesen Themen.

Die Fondation Stamm ist außerdem Trägerin der Ecole Technique de l’Education Environnementale (ETEE), einer Schule, die sich auf Landwirtschaft, Veterinärwesen, Lebensmittelverarbeitung und Ressourcenschutz spezialisiert hat. Burundikids unterstützt die Schule, beispielsweise beim Bau von Teilen des zugehörigen Internats oder bei der Ausstattung mit einer Solaranlage. Unterstützt werden auch Jugendliche, die in sozialen Einrichtungen für Straßenkinder gelebt hatten, jetzt im Internat wohnen und die Schule absolvieren.

Gleichzeitig möchten wir einen Beitrag leisten zum globalen Austausch und gegenseitigen Verständnis. Das Fichte-Gymnasium Karlsruhe hat aufgrund des wichtigen Themas „Klima“ beschlossen, eine Schulpartnerschaft einzugehen und hat sich für die ETEE im baden-württembergischen Partnerland Burundi entschieden. Erste Briefwechsel zwischen den Direktionen fanden bereits statt. SchülerInnen in Karlsruhe lernen über globale Verantwortung lokalen Handelns und stehen in direktem Austausch mit SchülerInnen in Burundi – das Land mit dem wohl niedrigsten CO2-Ausstoß weltweit.

Aus den Heimen

Sozialarbeiterin Josiane Nsabumukama arbeitet im Mutter-Kind-Heim im Viertel Mutakura in Bujumbura. Zur aktuellen Lage schreibt sie: „Im Mütterheim Nyubahiriza hat sich natürlich einiges geändert, damit wir uns vor Covid-19 bestmöglich schützen können. Die Bewohnerinnen sind gut aufgeklärt, wir sprechen viel darüber. Jeder, der ins Heim kommt, muss sich am Eingang die Hände waschen. Auch wenn es keine offizielle Ausgangsbeschränkung gibt, haben wir alle diejenigen, die nicht zur Schule müssen, aufgefordert, im Heim zu bleiben und nicht so viel draußen herumzulaufen. Besonders schwer fällt es aber, nicht den Gottesdienst besuchen zu dürfen.“

Die Krankenschwester des Heims habe genau im Blick, ob jemand krank wird, und messe auch vorsorglich Fieber. Ein Vorrat an Medikamenten, Kleidung und Lebensmitteln sei angelegt worden, so Josiane weiter, sollte die Regierung eine Ausgangssperre verhängen.“

Ähnliche Bilder im Centre Birashoboka, wie Augustin Nirere berichtet, Mitarbeiter im Straßenkinderheim in Kajaga. Auch hier gilt: Jeder Heimbewohner und die MitarbeiterInnen waschen sich beim Betreten der Einrichtung unter Aufsicht mit Seife die Hände. Die Osterferien haben alle Jungen im Heim verbringen müssen, Besuche im Heim und bei Freunden außerhalb waren – und sind – verboten. „Normalerweise treffen sie sich immer zum Lernen in der Nachbarschaft. Das muss nun leider anders stattfinden“, so der psychologische Betreuer weiter. →Weiterlesen

Im Einsatz für Opfer der Überschwemmungen

Seit Weihnachten bis in den Februar war Burundi von heftigen Regenfällen und Stürmen heimgesucht worden. Erdrutsche und Überschwemmungen waren die Folge. Viele Bauern verloren ihre Ernte, zahlreiche Familien wurden obdachlos und stehen seitdem vor dem Ruin. Hausrat, Schulmaterialien der Kinder, Lebensmittel – vielerorts wurde alles weggeschwemmt oder vom Schlamm verschüttet. Auch Todesopfer gab es zu beklagen.

Zusammen mit den KollegInnen der Fondation Stamm in Burundi war uns klar: wir müssen helfen. Gleichzeitig war die Frage, wo ansetzen und vor allem: wo eine Grenze ziehen? Die Frage stand im Raum, ob wir uns mit der Nothilfe nicht doch übernehmen. Schließlich dürfen in solchen Situationen nicht die verplanten Budgets für das laufende Jahr herangezogen werden, um nicht Kinderheime und Schulbetriebe zu gefährden. Einige gezielte Spendenaufrufe erhielten spontane, positive Reaktionen, die uns schließlich die Nothilfe ermöglichten. Die KollegInnen in Burundi nahmen derweil an Koordinierungstreffen mit den Vereinten Nationen und dem burundischen Roten Kreuz teil. Allen Betroffenen zu Hilfe kommen konnten wir keinesfalls, aber dennoch einer beachtlichen Zahl an Familien, die direkt mit unseren Einrichtungen und unserer Organisation in Verbindung stehen. Anderen wiederum konnten die anderen Organisationen diese runden Tischs zu Hilfe kommen.→Weiterlesen

Neues aus Burundi

Corona hat die Welt im Griff. Auch in Afrika breitet sich das Virus weiter aus. In Burundi befürchtet man, das ohnehin schwache Gesundheitssystem des Landes könnte einem Ausbruch von Covid-19 nicht standhalten. Die Weltgesundheitsorganisation und China unterstützen die burundische Regierung bei präventiven Maßnahmen und bei der Ausstattung mit notwendigen Tests und Isoliermöglichkeiten in Kliniken.

Die Kinder und Jugendlichen in den Heimen und Schulen möchten wir ebenfalls bestmöglich schützen und auf eine mögliche Ausbreitung von Covid-19 vorbereiten. Deshalb unterstützen wir unseren lokalen Partner, Fondation Stamm, bei der Prävention. Personal, Schulgemeinschaft und SchülerInnen werden sensibilisiert, Maßnahmen zur Hygiene und zum Selbstschutz zu treffen. Im Krankenhaus Centre Médical Hippocrate (CMH) wird das Lager an Desinfektionsmitteln, Masken, Handschuhen und Medikamenten aufgestockt, soweit möglich. →Weiterlesen

Schwerpunkt: Praxis

Die Ecole Technique Omnis (ETO) ist eine technische Oberschule im Herzen Burundis, in der Hauptstadt Gitega. Knapp 300 Jugendliche haben sich im Schuljahr 2019-20 in den Sektionen Informatik/Maintenance, Elektromechanik und Telekommunikation eingeschrieben. Qualifizierte DozentInnen aus den jeweiligen Domänen unterrichten die theoretischen und praktischen Kurse, ergänzend zu allgemeinen Kursen wie Sprachen oder Naturwissenschaften. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Praxis. Burundikids e.V. bemüht sich deshalb, das Equipment der ETO immer auf dem aktuellen Stand zu halten, damit die Jugendlichen adäquates Material für ihre Ausbildung zur Verfügung haben. Eine kleine Diashow gibt Einblicke in den Unterricht…

2008

Die Wolfgang R. Fikentscher – Kinderhilfestiftung plant den Bau eines Ausbildungszentrums in Gitega. Aber das war nicht alles...

2016

Neuer Gebäuderiegel für die EPCM, Albinismus in Burundi, WDR Kinderrechtepreis 2016, Unwetter, Preisverleihung, zu Besuch in Burundi...

Archivbilder 2016 burundikids e.V.

2015

Fester Mitarbeiter für burundikids, Besuch aus Baden Württemberg, Unwetter in Burundi, Trauer um Sébastien Hicuburundi, erste Zusammenarbeit mit CLEFT, politische Unruhen, Container auf dem Weg, Kölner Kinderärztin in Burundi, neuer Schulbau...

Archivbilder 2015 burundikids e.V.

2014

Flutkatastrophe in Burundi, Strom vom Dach, Besuch aus Baden Württemberg und der Schweiz, Sascha Korf für burundikids, EPCM ist eine der besten Schulen, Theaterworkshop in Kajaga...

Archivbilder 2014 burundikids e.V.

2013

Bücher über burundikids, IT-Fortbildung, Hotelfach aus Baden in Burundi, Umzug des Albino-Heims, AZG wird zur Technikerschule, Gründungsmitglieder Hanna und Harald beim Spatenstich für die Pädiatrie in Burundi...

Archivbilder 2013 burundikids e.V.

2012

Neues Projekt: Schutz für Kinder mit Albinismus, Schreiner Emmanuel zur Weiterbildung in Deutschland, Vereinspatin Bettina Böttinger macht eine Reportage über Burundi, die Gynäkologie ist eröffnet...

Archivbilder 2012 burundikids e.V.

2011

Brillen für burundikids, Verein Helfen Direkt e.V. aus Stuttgart unterstützt das Centre Médical Hippocrate, Jakobus-Theater Karlsruhe für burundikids, Moderator Matthias Opdenhövel spendet für burundikids, Journalistenpreis für unseren Mitarbeiter Philipp Ziser...

Archivbilder 2011 burundikids e.V.

2010

burundikids schweiz als neuer Partner von burundikids, Trauer um Rose, Moderator Matthias Opdenhövel unterstützt burundikids, Centre Medical Hippocrate eingeweiht, Eine-Welt-Preis für die Arbeitsgruppe Karlsruhe, burundikids e.V. bekommt Medienpreis...

Archivbilder 2010 burundikids e.V.

2009

Delegation aus Baden-Württemberg besucht die Projekte, ein Film über die burundikids, ein Auto für die burundikids, Besuch der Herzogin von Luxemburg, Brillen für Burundi...

Archivbilder 2009 burundikids e.V.

2007

Zweiter Bauabschnitt des Schulzentrums. Auszeichnungen für burundikids-Unterstützerinnen Bettina Böttinger und Ulrike Folkerts. Ein Jahr Freiwilligendienst geht zu Ende und drei neue Jugendliche gehen nach Bujumbura.

2003 bis 2006

Von der Gründung im Jahr 2003 bis zu den ersten Freiwilligen, die 2006 nach Burundi flogen.