
Verena bei der offiziellen Schlüsselübergabe mit Bauingenieur Jean-Marie
Sie wollte sich eigentlich wegen etwas ganz anderem untersuchen lassen. Als sie den Rückweg vom „Centre Médical Hippocrate“ (CMH) nach Hause auf einem Fahrradtaxi antreten wollte, setzten die Wehen ein. Unsere Ärztin und Krankenschwester eilten herbei, um das Kind zur Welt zu bringen – in einem Rohbau auf dem Grundstück nebenan. Seither wuchs die Idee, eine professionelle Begleitung von Schwangeren auch bis nach der Geburt anzubieten, vor allem aber eine fachgerechte Geburt unter normalen Standards – was bislang in der Region Mutimbuzi, wo sich das CMH befindet, kaum oder gar nicht gegeben war.
In Burundi sind die Raten für Mütter- und Kindersterblichkeit sehr hoch. Nicht zuletzt ist das darauf zurückzuführen, dass vielen die Mittel für Ärztehonorare und Behandlungskosten fehlen – oder schlichtweg keine Klinik mit qualifiziertem Personal in der Nähe ist. Viele Frauen bringen daher ihre Kinder einfach zur Hause zur Welt – auf bloßem Lehmboden und unter mangelnden hygienischen Zuständen.

Die Rampe, die die Gynäkologie mit dem CMH verbindet
Mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) haben die burundikids nun den Service der Medizinstation CMH erweitern können. Am Dienstag, 3. April, nahm Verena Stamm die Schlüssel vom Bauingenieur entgegen. In den kommenden Wochen wird die Gynäkologie vollständig ausgestattet und in Betrieb genommen werden.
Unterstützt werden wir dabei nicht zuletzt auch von vielen Ärzten – sei es mit Material oder auch mit persönlichen Einsätzen vor Ort (siehe auch den Bericht von Anne und Dr. med. Thomas Antelmann weiter unten). Auch künftig sind diese Einsätze geplant, um lokales Personal fortzubilden und den medizinischen Service in dieser sehr armen Region weiter zu verbessern.
Weitere Fotos gibt es hier.

Sonnenbrillen zum Schutz ihrer empfindlichen Augen, gesponsert von Optikern der burundikids
Albino zu sein, kann in Burundi den Tod bedeuten. Abergläubische Bräuche, nach denen Körperteile von Albinos zu Gebräuen und Zeremonien benötigt werden und längeres Leben, ertragreichere Ernten und Fischfang versprechen sollen, haben in den vergangenen Jahren Einzug in Burundi gehalten. Mehrere Zehntausend Dollar bringt anscheinend ein Albinokörper. Menschenjäger aus umliegenden Ländern wurden verhaftet und des Mordes vor allem an Kindern beschuldigt. burundikids hat sich entschlossen, den Partner vor Ort, die Fondation Stamm, beim Kampf für Albinos und den Einsatz für die Menschenrechte zu unterstützen: mit einem Zuhause, Bildung – und Zukunft. Weiterlesen...

Großes Zittern, großer Auflauf: es gab Zeugnisse für die Schülerinnen und Schüler der EPCM. Vielmehr nur eine Zwischeninformation, für manche(n) jedoch die letzte Warnung, im verbleibenden Trimester dieses Schuljahrs die Nase noch mehr in Bücher und Hefte zu stecken.
Die Grundschüler bekamen ihre Zeugnisse im Freien überreicht – vor versammelter Lehrerschaft, Eltern und Direktor Désiré. Mit dabei war auch Verena, die sich persönlich von den Leistungen der Kids überzeugen wollte. Im Gepäck hatte sie – wie bei jeder Zeugnisverteilung – Geschenke für die jeweils drei Klassenbesten. Als Motivation für gute Schulnoten.
Oberstufendirektor Joseph freute sich bei der anschließenden Überreichung der Zeugnisse für die Sekundarstufe, dass „vor allem die Mädchen besonders gut abgeschnitten“ hätten, was speziell für die zehnte Klasse zutrifft. Die Klasse, die am Schuljahresende mit einem Nationalen Test für die mittlere Reife abgeschlossen wird. Erfreulich ist das besonders deshalb, weil in Burundi nach wie vor Mädchen in Bildung und Ausbildung das Nachsehen haben. Viele von ihnen haben erst gar nicht die Möglichkeit eines Schulbesuchs.
Unter den Klassenbesten sind auch Kinder und Jugendliche aus den Heimen der Fondation Stamm. Auf die hat Verena natürlich ein besonderes Auge. Schließlich ist das Ziel, ihnen eine fundierte Ausbildung zu ermöglichen, damit sie später auf eigenen Füßen stehen können.

Dr. Antelmann und Krankenschwester Agnès mit dem Neugeborenen
Im Urlaub Gutes tun – eine sinnvolle Möglichkeit, zur Entwicklung derer beizutragen, denen es oftmals an Zugang zu Bildung, Wissen und Gesundheitsversorgung fehlt. Der Gynäkologe Dr. Thomas Antelmann war bereits zum zweiten Mal zu Besuch in Burundi und stellte sich gemeinsam mit seiner Frau Anne in den Dienst der Krankenstation „Centre Médical Hippocrate“ (CMH). Zugute kommt der Einsatz dem medizinischen Personal und der Bevölkerung:
„Zum zweiten Mal führt uns ein Arbeitsaufenthalt nach Kajaga, einem Vorort von Bujumbura. Es ist gerade Regenzeit und alles grünt, blüht und gedeiht prächtig. Wir sind gerne wiedergekommen, nach unserem ersten Aufenthalt im Juni 2011.
Die Arbeit in unserer gynäkologischen Praxis bei Kamenz im Landkreis Bautzen (Sachsen) haben wir für 2 ½ Wochen ruhen lassen und uns Urlaub genommen.
Mit Bewunderung haben wir wahrgenommen, wie viel sich im „Centre Médical Hippocrate“, der Schule „Ecole Polyvalente Carolus Magnus“ und den vielen anderen Projekten der Stiftung Stamm schon wieder getan hat. Der Elan der Menschen hier in Bujumbura und an den anderen Orten, durch die Hilfe zur Selbsthilfe der Fondation Stamm ihr Leben zu verändern, zu gestalten und für sich, ihre Familien und ihr Land aktiv zu werden, ist eindrucksvoll. Natürlich ist diese Arbeit nur durch die vielen Sach- und Geldspenden aus der Schweiz, aus Deutschland und anderswo, verbunden mit dem unermesslichen Kraftaufwand der Mitarbeiter hier in Bujumbura, möglich.
Wir sind wiedergekommen, um weiter beim Aufbau des CMH, insbesondere der angegliederten geburtshilflichen Station, zu helfen. Es ist schon eine faszinierende Arbeit, gemeinsam mit den Menschen vor Ort ein funktionierendes kleines Krankenhaus der Grundversorgung zu etablieren.
Im Juni hatten wir begonnen, gemeinsam mit einer burundischen Ärztin, eine gynäkologische Sprechstunde einzurichten. Der Bedarf war riesig, wie sich an der Anzahl der Patientinnen schnell herausstellte. Viele kamen das erste Mal zu einer Vorsorge in der Schwangerschaft und konnten ihr Baby im Ultraschall sehen.
Diesmal haben wir neben der Arbeit in der Sprechstunde mitgeholfen, einen Kreissaal mit zwei Kreisbetten einzurichten. Am Tag der kompletten Fertigstellung des Kreisssaals kam dann sofort die erste Patientin zur Entbindung. Wir haben sie am 29.11.2011 um 21 Uhr 12 Minuten von einem gesunden, 4.000 Gramm schweren Jungen entbunden. Die Geburt verlief ohne Komplikationen und für uns alle war die erste klinische Entbindung im CMH eine große Freude.
Im letzten halben Jahr konnte noch ein weiteres Funktionsgebäude errichtet werden. Hier sollen einmal mittelgroße gynäkologische Operationen, sämtliche kleine Eingriffe in Gynäkologie und Geburtshilfe, Kaiserschnitte und natürlich ganz normale Geburten durchgeführt werden. Da es in Burundi eine sehr hohe Kinder- und Müttersterblichkeit gibt, ist es dringend notwendig und wichtig für die Menschen hier, dass es Kliniken wie diese gibt.
Wir sind begeistert. Wirklich davon begeistert, dass es möglich ist, mit Empathie und Zuversicht gemeinsam mit den Menschen hier in Kajaga/Bujumbura Veränderungen zu bewirken. Deshalb werden wir im nächsten Jahr wiederkommen.“
Anne und Dr. med. Thomas Antelmann

Schreiner Emmanuel mit den Kollegen des Familienbetriebs Aretz
„Ich habe sogar zwei Bescheinigungen bekommen!“ strahlt Emmanuel, frisch zurück aus Deutschland, und präsentiert die Schreiben inklusive Fotos. Der Schreinermeister der Fondation Stamm war im Januar für einen Monat nach Mönchengladbach aufgebrochen, wo er bei Partnern der burundikids mitarbeiten, aber vor allem Neues lernen und sich weiterbilden konnte.
Bereits zum zweiten Mal war Emmanuel „ein freundlicher und willkommener Gast“ in der „Schreinerei Aretz“, bescheinigt der Firmenchef im Namen seines gesamten Teams. Weiterlesen...

„Ndabibona!“ – jetzt sieht er es. Pierre ist glücklich, dass der Sehtest erfolgreich verläuft. Der 42-Jährige klagte über Schmerzen in den Augen. Wie noch 40 weitere Kollegen, die wenigsten unter ihnen bislang Brillenträger. Kaum verwunderlich: eine komplette Brille mit Fassung und Gläser kostet in Burundi rund 40 Euro. Also einen halben Monatslohn für die meisten, für manche sogar einen ganzen. Verständlich, dass da die Prioritäten anders liegen. Der erneute, ehrenamtliche Besuch von Anne Ziser, Optikermeisterin aus Eggenstein und Mitglied der burundikids Arbeitsgruppe Karlsruhe, ist da natürlich eine willkommene Möglichkeit. Weiterlesen...